Das sächsische Innenministerium hat im Zuge der Aufklärung des umstrittenen Polizeieinsatzes beim Bundesparteitag der AfD Anfang des Jahres in Riesa Fehler eingeräumt. Bei der Einsatzplanung seien bestimmte Szenarien wie die mögliche Besetzung eines Shuttle-Parkplatzes in Oschatz durch Gegendemonstranten «nicht ausreichend bedacht» worden, hieß es in der Antwort auf eine Anfrage der Linken aus dem Landtag. Zudem habe es aufgrund fehlender Ortskenntnis von Beamten aus anderen Bundesländern «vereinzelte Missverständnisse» gegeben.
Dass die Polizei auch eigene Fehler einräumt, sei nicht selbstverständlich, sagte Linken-Innenexperte Rico Gebhardt. Laut Innenministerium war die Lage vor Ort «dynamisch» bei einer «großen Masse» von rund 20.000 Menschen im Demonstrationsgeschehen, darunter seien etwa 100 gewalttätige Personen, die dem Linksextremismus zugeordnet werden. Es laufen demnach 102 Ermittlungsverfahren gegen rund 1.400 Beteiligte, vor allem wegen Landfriedensbruchs.