Drohnenfund am Flughafen: Anlass für eine nüchterne Bestandsaufnahme
In der Nacht vom 4. auf den 5. August 2026 entdeckte ein Mitarbeiter im Sicherheitsbereich des Frachtflugbetriebs am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne mit einer unbekannten Sprengvorrichtung. Spezialkräfte der Bundespolizei entfernten den Zünder. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden stieß möglicherweise ein zweites unbekanntes Flugobjekt mit einem Frachtflugzeug zusammen, nachdem dieses wegen der Sperrung einer Landebahn durchstarten musste. Die leichte Beschädigung der Maschine wurde bei der späteren Landung in Hannover entdeckt. Der Flughafenbetrieb wurde vorübergehend eingestellt, der Passagierverkehr war nach Behördenangaben jedoch nicht beeinträchtigt. Für Reisende und Beschäftigte habe keine Gefahr bestanden.
Die Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum des Landeskriminalamtes haben die Ermittlungen übernommen. Woher die Drohne kam, wer sie gesteuert hat und welches Motiv hinter dem Vorfall stehen könnte, ist bislang nicht geklärt. Eine Verbindung zu einem staatlichen Akteur, zu einem militärischen Konflikt oder zu einem konkreten Anschlagsplan ist damit derzeit nicht belegt. Der Flughafen gehört allerdings zur kritischen Infrastruktur. Deshalb geht der Vorfall über einen gewöhnlichen Verstoß gegen das Drohnenflugverbot hinaus.