Ein Blackout hatte nach einem Anschlag tagelang das Stromnetz im Berliner Südwesten lahmgelegt. Dabei war auch schonungslos offengelegt worden, wo es bei der kritischen Infrastruktur der Bundeshauptstadt hakt. Für einen bedeutenden Teil von Dresdens kritischer Infrastruktur ist die Stadtentwässerung zuständig – die Entsorgung und Reinigung des Abwassers. Es wäre ein Drama, wenn nach einem Blackout bei der Abwasserentsorgung der Haushalte oder der rasant wachsenden Mikrochipindustrie nichts mehr gehen würde. „Da haben wir als Betreiber eine besondere Verantwortung“, sagt Geschäftsführer Ralf Strothteicher.
„Wir sind auf verschiedene Krisenszenarien eingerichtet“, erklärt er. „Die Lage wird nach unserer Einschätzung zunehmend ernster.“ Dabei gehe es nicht nur um einen Blackout, sondern auch um Hochwasser der Elbe oder anderer Gewässer, Pandemien oder einen Cyberangriff aufs IT-System des Unternehmens. „Nach einer entsprechenden Risikobewertung haben wir verschiedene Konzepte für die jeweiligen Szenarien erarbeitet, um die Schäden gering zu halten und nach dem Ereignis schnell zu einem regulären Betrieb unserer Anlagen zurückkehren zu können“, sagt der Abwasser-Chef. Es sei wichtig, die Notfälle auch regelmäßig praktisch zu üben.