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Preis für Zivilcourage und Lebenswerk für Freya Klier

10.06.2020 von

Foto: Freya Klier, Bürgerrechtlerin und Autorin. Foto: Michael Reichel/dpa/Archivbild

Sie saß in politischer Haft, musste gegen ihren Willen die DDR verlassen und nimmt bis heute kein Blatt vor den Mund. Die einstige Oppositionelle, Regisseurin und Autorin Freya Klier ist am Mittwoch mit dem diesjährigen Karl-Wilhelm-Fricke-Preis geehrt worden. Die 70-Jährige sei eine unermüdliche Aufklärerin und gefragte Zeitzeugin, aber nicht in der Vergangenheit stecken geblieben, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Rainer Eppelmann, in seiner Laudatio in Berlin.

Allein an 50 Projekttagen an Schulen wirke die in Dresden geborene Künstlerin im Jahr mit, so Eppelmann. Klier studierte in der DDR Schauspiel und Regie, bekam dann aber Auftrittsverbot und wurde trotzdem nicht still. Ihr Lebensmotto sei bis heute: «Du sollst Dich erinnern», so Eppelmann. Klier stelle sich mit Hingabe gegen Kräfte, die die Diktatur umdeuten oder verharmlosen wollten. Sie trage mit ihrem Engagement dazu bei, die Demokratie gegen Angriffe zu schützen.

Karl Wilhelm Fricke ist ein Publizist, der sich laut Stiftung seit Jahrzehnten mit staatlichem Unrecht auseinandersetzt. Der heute 90-Jährige war in der DDR wegen «Kriegs- und Boykotthetze» zu mehrjähriger Haft verurteilt worden. Klier sagte, Fricke sei für sie ein Maßstab. Zugleich sagte die Autorin: Von der friedlichen Revolution in ihrer Vielfalt habe die junge Generation «fast keine Ahnung». Es gebe noch viel zu erzählen.

Wegen der Corona-Einschränkungen wurde der Preis nicht in einer öffentlichen Veranstaltung übergeben, sondern in einem Livestream gezeigt.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Freya Klier, Bürgerrechtlerin und Autorin. Foto: Michael Reichel/dpa/Archivbild

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