Marta Ulrike Hübner sitzt an einem Sonntag im Dezember auf einem mit Decken ausgelegten Zimmerboden. Draußen ist es schon dunkel. «Ich möchte euch bitten, euch kurz vorzustellen, euren Namen und ob ihr schon Kuschel- oder Kakao-Erfahrung habt», sagt sie. Neben ihr sitzen elf Menschen, manche von ihnen kennt Hübner schon von früheren Kuschelpartys. Andere sind heute zum ersten Mal bei «Kakao & Kuscheln» in Dresden.
«Ich bin sehr kuschelbedürftig, hatte aber länger nicht die Möglichkeit, mit jemandem zu kuscheln», erzählt ein Mann aus der Runde. «Ich war schon zweimal hier», sagt eine der Frauen. «Und ich bin wieder sehr aufgeregt.» Dann geht es los. Hübner erklärt noch einmal die Regeln. Bevor gekuschelt wird, lernen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einigen Übungen besser kennen und trinken gemeinsam Kakao.
Hübner ist ausgebildete Yogalehrerin und Kuscheltherapeutin beim KuschelRaum mit Sitz in Berlin. Seit 2023 leitet sie eigene Kuschelpartys. Mittlerweile gibt es das Format in mehreren Städten. «Das Besondere ist hier, dass alle Berührungen vorab erfragt werden müssen», sagt die Dresdnerin. Erst ein verbales Ja heiße Ja, das sei nicht überall so. «Man kann zum Beispiel auf jemanden zugehen und fragen: Darf ich mich neben dich setzen? Oder: Darf ich deine Schulter berühren?»