Der vor einigen Wochen in Frankfurt überfahrene Wolf war bislang nicht in Hessen nachgewiesen worden. Das Tier gehöre zu der mitteleuropäischen Flachpopulation und sei vermutlich von Niedersachsen oder Sachsen nach Hessen gekommen, sagte Wolfsexpertin Susanne Jokisch vom Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Mittwoch. Der Rüde war Ende Januar im Stadtteil Sachsenhausen bei einem Verkehrsunfall getötet worden. Das Tier lief im Wald auf eine Bundesstraße, wo es von einem Auto angefahren und tödlich verletzt wurde. Die 47 Jahre alte Fahrerin blieb unverletzt.
Wie das Senckenberg-Labor für Wildtiergenetik dem HLNUG mitteilte, handelte es sich bei dem Wolf um einen Nachkömmling eines hierzulande seltenen Gentyps, der noch vor wenigen Jahren nur in einem der deutschen Wolfsrudel gefunden wurde: in demjenigen bei Gartow in Niedersachsen. Aus dieser Wolfsfamilie gelangte laut dem HLNUG bereits 2017 ein junger Rüde nach Hessen in den Odenwald. Dann wanderte er in den Nordschwarzwald ab, «wo er seither standorttreu lebt».