Leise summend spritzen feine Düsen Schicht auf Schicht: Außen und innen graues Eisen, dazwischen rotbraunes Kupfer, darüber weiße Keramik. Der Vorgang, der an das Verzieren von Torten mit einer Tortenspritze erinnert, produziert Teile einer Weltneuheit. In ihrem Labor haben Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Chemnitz erstmals einen Elektromotor im 3-D-Druckverfahren hergestellt. Von diesem Montag an präsentieren die Doktoranden Johannes Rudolph und Fabian Lorenz ihre Forschungsergebnisse auf der bis Freitag laufenden Hannover Messe.
Ihres Wissens sei dies ein derzeit einzigartiges Verfahren, sagten die Wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. In zweieinhalbjähriger Forschung haben sie ein Verfahren entwickelt, um die drei Werkstoffe Kupfer, Eisen und Keramik in einem Druckvorgang miteinander zu verknüpfen. «Diese Technologie ermöglicht zuvor nicht realisierbare Motorgeometrien», sagt der 34-jährige Fabian Lorenz. Der gedruckte Motor sei der «Proof of Principle» - der Nachweis dafür, dass ihr Verfahren funktioniere.