Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) blickt angesichts des Lehrermangels mit großer Sorge auf das neue Schuljahr in Sachsen. «Ich habe kaum ein Schuljahr erlebt, was personell so schlecht beginnt wie dieses Schuljahr», sagte GEW-Chefin Uschi Kruse am Mittwoch in Dresden. Licht am Ende des Tunnels sei ohne Änderungen der bisherigen Schulpraxis, ohne neue Ideen und ohne eine grundsätzliche Korrektur am Entwurf des Haushaltsplanes nicht möglich. Die Hoffnung auf Besserung sei aber außerordentlich gering.
Nach den Worten Kruses verschlechtert sich die personelle Situation an den Schulen im Vergleich zum vergangenen Schuljahr noch einmal deutlich. Schon zu Beginn des Schuljahres 2021/2022 habe man die Stundentafel in keiner Schulart abdecken können. Damals hätten etwa 1000 Lehrkräfte gefehlt. Dieses Minus nehme man mit ins neue Schuljahr. Die Bedingungen würden sich nun weiter verschlechtern. Zu Beginn des dritten «Corona-Schuljahres» würden allein für die Minimalausstattung 3000 Stellen fehlen.