116 Studierende der Technischen Universität Dresden (TUD) sind an 15 Schulen im ländlichen Raum in Sachsen ins semesterbegleitende Schulpraktikum gestartet. Sie begleiten im Schuljahr 2025/26 im vierköpfigen Team jede Woche ihre 5. Klasse an einer Oberschule. An zehn Einsatztagen absolvieren die zukünftigen Lehrkräfte ihr Pflichtpraktikum. An den weiteren Tagen bis zum Schuljahresende sammeln sie praktische Erfahrungen auf dem Weg zum Abschluss. Dieser Einsatz wird vergütet.
Gestartet war das Alternative Lehramtspraktikum an ausgewählten Schulen in Ostsachsen (ALSO) an vier Standorten im Landkreis Görlitz. Nun nehmen weitere Kommunen in den Kreisen Bautzen, Sächsische Schweiz / Osterzgebirge und im Erzgebirgskreis teil. Koordiniert und begleitet wird der Studierendeneinsatz von Anke Langner, Professorin für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Inklusive Bildung an der TU Dresden, und ihren Mitarbeiterinnen. Sie leiten die zukünftigen Lehrkräfte auch in der wissenschaftlichen Arbeit über die Praxiserfahrung an. Ziel ist es, in der Professionsentwicklung die erziehungswissenschaftliche Theorie vor einem praktischen Erfahrungshintergrund zu vertiefen.
Mehr Schulen und mehr Praktikumstage zur Auswahl
Die teilnehmenden Oberschulen in Zittau, Neusalza-Spremberg, Löbau und Görlitz konnten im vergangenen Jahr bereits Erfahrungen mit den Freitagslehrern sammeln und mit ihrer Unterstützung auch den Unterrichtsausfall abmindern. Im Schuljahr 2025/26 kommen Schulen in Breitenbrunn, Dippoldiswalde, Ebersbach-Neugersdorf, Freital, Hoyerswerda, Kodersdorf, Krauschwitz, Malschwitz, Seifhennersdorf und Weißwasser hinzu.
Im Schuljahr 2025/26 sind auch der Mittwoch und der Donnerstag Praktikumstage. Sie ergänzen den Freitag, der weiterhin als Einsatztag erhalten bleibt. Für die Studierenden bedeutet die Auswahlmöglichkeit aus mehr Kommunen, Schulen und Wochentagen mehr Flexibilität und sie können das Praktikum so leichter in ihren Studienalltag integrieren.
Theorie und Praxis verbinden – intensive Begleitung an der TU Dresden
Ziel des gedehnten Praktikums ist es, die Studierenden besser auf die Anforderungen des Lehrerberufs vorzubereiten. Sie erhalten über fast ein gesamtes Schuljahr hinweg vertiefte Einblicke in die schulische Praxis und sammeln wertvolle Erfahrungen. Für eine frühe und intensive Theorie-Praxis-Verzahnung im Lehramtsstudium kann die Theorie aus den Vorlesungen an der Hochschule bei der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern erprobt werden. Die Erlebnisse im Klassenraum werden regelmäßig in Begleitseminaren und Auswertungen gemeinsam mit den Kommiliton:innen reflektiert. Auch die Seniormentor:innen (ehemalige Lehrkräfte vor Ort in den Schulen) sind wertvolle Ansprechpartner.
Die Lehramtsstudent:innen erteilen im Rahmen des Praktikums keinen klassischen Fachunterricht, sondern gestalten im Viererteam einen gemeinsamen Lerntag, der vor allem dem „Lernen lernen“ gewidmet ist. In der Rolle von Lernbegleiter:innen unterstützen sie die Schüler:innen bei der Wiederholung und Festigung von Kompetenzen im mathematischen und sprachlichen Bereich. In diesem Rahmen erhalten die zukünftigen Lehrkräfte die Gelegenheit, sich neben fachlichen Inhalten auf die Lehrer-Schüler-Beziehung zu fokussieren. Bei der Planung und Umsetzung kommen auch demokratische Beteiligungsprozesse zum Tragen.
Das semesterbegleitende Lehramtspraktikum wurde an der Universitätsschule Dresden entwickelt. Auch die Lehr-Lernformate, die an den teilnehmenden Schulen zum Einsatz kommen, werden bereits an der Universitätsschule Dresden erprobt und erforscht – im gemeinsamen Schulversuch von TU Dresden und Stadt Dresden zur Schule der Zukunft.