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Arbeitslosigkeit gestiegen: Problem Langzeitarbeitslose

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit leuchtet. / Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
Das Logo der Bundesagentur für Arbeit leuchtet. / Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Das alte Jahr ist in Sachsen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Ende gegangen. Im Dezember waren 122.222 Menschen ohne Job, fast 10.000 oder 8,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Dresden mitteilte. Die Arbeitslosenquote betrug 5,8 Prozent (Dezember 2021: 5,3 Prozent). Die höchste Quote gab es im Landkreis Görlitz mit 8,0 Prozent, die geringste im Erzgebirgskreis (4,8 Prozent).

Insgesamt habe sich der Arbeitsmarkt in Sachsen vergangenes Jahr sehr robust gezeigt, sagte Behördenchef Klaus-Peter Hansen. Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitlosenquote bei 5,6 Prozent. Damit waren im Schnitt 118.216 Menschen arbeitslos gemeldet, 6526 weniger als 2021. Hansen rechnet für 2023 mit einer durchschnittlichen Quote von mehr als sechs Prozent und begründete das mit Unsicherheiten. Der übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit werde sich so nicht fortsetzen. «Ich irre mich aber gern (...) Es darf gern besser werden als 2022.»

Hansen zufolge hatte sich der Arbeitsmarkt in der ersten Jahreshälfte 2022 zunächst sehr positiv entwickelt, so dass die Zahl der Arbeitslosen fast das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreichte. Doch seien die letzten Monate des Jahres erheblich von den Folgen des Ukraine-Krieges geprägt gewesen - mit Inflation, Lieferengpässen, hohen Energiekosten sowie der Aufnahme und Integration Zehntausender Kriegsflüchtlinge. Insgesamt bleibe das Fazit aber versöhnlich.

Nach ersten Hochrechnungen waren im Oktober 2022 insgesamt 1.658.400 Menschen in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigt - 10.300 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Dieser Anstieg geht zu mehr als der Hälfte auf das Konto von Beschäftigten mit ausländischen Wurzeln. Hansen stellte klar, dass angesichts des Bedarfs keiner von ihnen Deutschen den Arbeitsplatz wegnehme. Den stärksten Zuwachs im Jahresvergleich gab es in den Bereichen Information und Kommunikation (5,1 Prozent).

Sorgen bereitet der Behörde die hohe Zahl der Langzeitarbeitslosen. Laut Statistik war sie von 2015 bis 2019 von 67.920 auf 39.231 gesunken. Dann kam Corona und stoppte die Entwicklung. Laut Hansen kam es zum Rückgang an Beschäftigungsprojekten und zur Reduzierung von Bildungsmaßnahmen. Das habe zu «Long Covid am Arbeitsmarkt» geführt. «Das Risiko, arbeitslos zu bleiben, ist in letzten zwei Jahren deutlich gestiegen im Verhältnis zum Risiko, arbeitslos zu werden.» Immerhin sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen 2022 im Vergleich zum Vorjahr von gut 51.000 auf knapp 46.000.

«Jetzt gilt es, den Blick in die Zukunft zu richten, um den Arbeitsmarkt fit für die Zukunft zu machen», kommentierte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Sachsen, Markus Schlimbach, die Zahlen. Die Unternehmen dürften nicht länger über den Fachkräftemangel jammern, sondern müssen selbst mehr Anstrengungen unternehmen, um Fachkräfte auszubilden und zu sichern.

Ähnlich äußerte sich SPD-Wirtschaftsminister Martin Dulig: «Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt hoch. Das zeigt, dass es in Sachsen vielfältige Beschäftigungsperspektiven gibt.» In Zukunft sei es wichtiger denn je, den Fachkräftemangel mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln anzupacken und in Ausbildung, Beschäftigung und Qualifikation zu investieren.

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