Das alte Jahr ist in Sachsen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Ende gegangen. Im Dezember waren 122.222 Menschen ohne Job, fast 10.000 oder 8,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Dresden mitteilte. Die Arbeitslosenquote betrug 5,8 Prozent (Dezember 2021: 5,3 Prozent). Die höchste Quote gab es im Landkreis Görlitz mit 8,0 Prozent, die geringste im Erzgebirgskreis (4,8 Prozent).
Insgesamt habe sich der Arbeitsmarkt in Sachsen vergangenes Jahr sehr robust gezeigt, sagte Behördenchef Klaus-Peter Hansen. Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitlosenquote bei 5,6 Prozent. Damit waren im Schnitt 118.216 Menschen arbeitslos gemeldet, 6526 weniger als 2021. Hansen rechnet für 2023 mit einer durchschnittlichen Quote von mehr als sechs Prozent und begründete das mit Unsicherheiten. Der übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit werde sich so nicht fortsetzen. «Ich irre mich aber gern (...) Es darf gern besser werden als 2022.»
Hansen zufolge hatte sich der Arbeitsmarkt in der ersten Jahreshälfte 2022 zunächst sehr positiv entwickelt, so dass die Zahl der Arbeitslosen fast das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreichte. Doch seien die letzten Monate des Jahres erheblich von den Folgen des Ukraine-Krieges geprägt gewesen - mit Inflation, Lieferengpässen, hohen Energiekosten sowie der Aufnahme und Integration Zehntausender Kriegsflüchtlinge. Insgesamt bleibe das Fazit aber versöhnlich.