Die empfohlene Erhöhung des Mindestlohnes stößt auf Pro und Contra in Sachsen. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht das kritisch. «Es ist eine von vielen Entscheidungen, die sehr deutlich zeigen, dass handelnde Personen die dramatische wirtschaftliche Situation in Deutschland unterschätzen», sagte er in Dresden. 100.000 Industriearbeitsplätze seien in den vergangenen zwölf Monaten in Deutschland abgebaut worden. «Die Bundesrepublik ist nicht mehr wettbewerbsfähig. Wirtschaften in Deutschland muss dringend günstiger und nicht teurer werden.»
Kritik des Sächsischen Handwerkstages
Der Sächsische Handwerkstag hält die Erhöhung des Mindestlohnes für schwer verkraftbar. Die Entscheidung werde den Handwerksunternehmern wehtun, sagte deren Präsident, Uwe Nostitz, laut einer Mitteilung. Die vorgeschlagene Anhebung sei nur schwer zu stemmen sein. Die Unternehmen hätten ohnehin schon große konjunkturelle Sorgen. Zudem werde sich die Steigerung des Mindestlohnes in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen.
FDP Sachsen warnt vor Kostenlawine
Die sächsische FDP sieht nun eine Kostenlawine auf die Bürger zurollen. «Die Erhöhung des Mindestlohnes bedeutet in der Praxis: Kita-Essen wird teurer, die Preise im Handwerk steigen, und die kleine Gastronomie um die Ecke wird den Cappuccino bald nicht mehr für 4 Euro anbieten können», so FDP-Landeschef Matthias Schniebel. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten würden Familien, Rentner und Menschen mit mittleren Einkommen die Zeche zahlen.
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