Der Fachkräftemangel im Bildungsbereich läuft nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) völlig aus dem Ruder. «In den kommenden fünf bis sechs Jahren fehlen uns 200.000 Beschäftigte in der frühkindlichen Erziehung und 250.000 in den Schulen», sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern vor dem Start des GEW-Gewerkschaftstages am Dienstag in Leipzig. Wenn der Teufelskreis von Überlastung und Mangel nicht durchbrochen werde, drohe ein noch größeres Defizit an Lehrkräften.
Entscheidend seien bessere Arbeitsbedingungen und eine Senkung der Belastung, forderte Finnern. Derzeit berichteten knapp 92 Prozent der Lehrkräfte von einer Überlastung. Hinzu komme eine Abbruchquote von bis zu 50 Prozent in einigen Lehramtsstudiengängen. «Ohne attraktive Rahmenbedingen bekommen wir keinen Nachwuchs», betonte Finnern.
Auf dem Gewerkschaftstag der GEW in Leipzig diskutieren 432 Delegierte aus 16 Bundesländern bis Freitag zudem über die Herausforderung in der Corona-Pandemie, den Umgang mit den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine und eine andere Verteilung der Bundesmittel aus dem Digitalpakt. Der Gewerkschaftstag der größten Organisation im Bildungsbereich findet nur alle vier Jahre statt.