Wirtschaftliche Unsicherheiten vieler Unternehmen bremsen den sonst üblichen Herbstaufschwung am Arbeitsmarkt in Sachsen. Im Oktober ging die Zahl der Arbeitslosen nur leicht um 0,8 Prozent auf 120.500 zurück. Damit waren knapp 1000 Menschen weniger arbeitslos als im September, aber 9100 mehr als vor einem Jahr, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Chemnitz mitteilte. Die Arbeitslosenquote wurde mit 5,7 Prozent angegeben. Den Angaben nach melden Unternehmen weniger neue Stellen und lassen sich wieder häufiger zu Kurzarbeitergeld beraten.
«Damit steigen auch wieder die Anzeigen auf Kurzarbeit», erklärte Geschäftsführerin Michaela Ungethüm. Ihren Angaben nach mehren sich die Zeichen für einen Einbruch am Arbeitsmarkt im anstehenden Winter. Wie stark der ausfallen werde, sei im Moment noch nicht abzuschätzen.
Insgesamt bewerten die Experten Sachsens Arbeitsmarkt als robust. Derzeit profitiere er von der guten Entwicklung vergangener Jahre. So waren im August rund 1,65 Millionen Menschen hierzulande sozialversicherungspflichtig beschäftigt - rund 18.000 mehr als ein Jahr zuvor. Auch suchten Betriebe weiter Fachkräfte und es seien rund 43.000 freie Stellen gemeldet. Zugleich haben aber von August bis Oktober rund 1000 Unternehmen erneut Kurzarbeit für rund 17.500 Beschäftigte angezeigt.