Angesichts der schwierigen Lage der deutschen Industrie sollten aus Sicht der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen zentrale Produktionszweige im eigenen Land durch Fördervorgaben geschützt werden. «Es ist unverständlich, dass wir das woanders machen», sagte Bezirksleiter Jan Otto und nannte die Batterie - und Chipherstellung. Die Gewerkschaft fordert sogenannte Local-Content-Regeln für Investitionen und Auftrags-Vergaben.
Unter Local Content wird der Anteil an der Wertschöpfung verstanden, der in einer Region erbracht, also nicht importiert wird. Das kann bedeuten, dass Unternehmen, die über staatliche Förderung oder in Form von öffentlichen Aufträgen Geld bekommen, auch in Teilen in Deutschland produzieren müssen. Local-Content-Kriterien werden vor dem Hintergrund der Konkurrenz aus China und der Zollpolitik der USA diskutiert.
Otto: Schlüsseltechnologien dürfen nicht abwandern
«Damit wird sichergestellt, dass die großen öffentlichen finanzpolitischen Anstrengungen wieder in den Wirtschaftskreislauf eingehen, statt in andere Weltregionen abzufließen», heißt es in einem «Masterplan» zur Arbeitsplatz-Sicherung der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. «Wir können dafür sorgen, dass wir bei Schlüsseltechnologien sagen, wir machen sie hier», sagte Bezirksleiter Otto. Die Bundesländer müssen laut Gewerkschaft auch Flächen für neue Ansiedlungen bereitstellen.
Große Unternehmen der Automobil-, Elektro- und Stahlbranche in Deutschland bauen Tausende Stellen ab. Bei der Batteriefertigung zum Beispiel gelten Europa und Deutschland als abgeschlagen.
Gewerkschaft: Auftragsbücher in der Luftfahrt-Industrie voll
Volle Auftragsbücher gibt es laut IG Metall bei der Luftfahrt-Industrie. Dort gebe es einen Beschäftigungsaufbau, sagte Otto. Der Triebwerkshersteller Rolls Royce im brandenburgischen Blankenfelde-Mahlow etwa baut sein Werk aus. Auch eine Sogwirkung des Flughafens BER setze langsam ein, meinte der Gewerkschafter.
Für das Mercedes-Werk in Ludwigsfelde sei er zuversichtlich, dass «wir eine gute Zukunft hinbekommen». Bei der Gewerkschaft gab es Sorgen um die Perspektiven für den Standort, und die IG Metall zog im vergangenen Jahr protestierend vors Werkstor. In Ludwigsfelde werden Transporter Sprinter produziert. Schließungspläne gibt es laut Unternehmen nicht.
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