Für Millionen Stasi-Akten sowie Tausende Fotos und Tonträger der DDR-Staatssicherheit ist von Donnerstag an das Bundesarchiv zuständig. Die Stasi-Unterlagen-Behörde, die bislang die Dokumente verwaltete, gibt es damit nach knapp 30 Jahren nicht mehr. Die historische Veränderung soll heute Abend im Berliner Zeughaushof des Deutschen Historischen Museums hervorgehoben werden. Zugleich wird dort Roland Jahn als bisheriger Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen nach rund zehn Jahren aus dem Amt verabschiedet.
Erwartet werden auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), der erste Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Altbundespräsident Joachim Gauck, sowie der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann. Die Veranstaltung soll in einem Livestream übertragen werden. Die Stasi-Unterlagen-Behörde mit dem riesigen Archiv geretteter Dokumente galt als Errungenschaft der friedlichen Revolution. Sie wurde zur Institution bei der Aufarbeitung der Vergangenheit. Bis heute wurden allein knapp 3,5 Millionen Anträge von Menschen gestellt, die persönlich einen Blick in Papiere werfen wollten, die die Stasi heimlich über sie anlegte. Bei der Bundesbehörde gingen seit ihrem Bestehen 7,3 Millionen Ersuchen und Anträge ein, auch von Behörden und Wissenschaftlern.