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Sehbehinderte rudert mit DDR-Profisportlern für Forschung

Mit einer Elbe-Rudertour will die von einer seltenen degenerativen Netzhauterkrankung betroffene, in Berlin lebende Rostockerin Anne Kinski Geld für die Forschung sammeln. Gemeinsam mit Weltmeistern und Olympiasiegern aus DDR-Zeiten sollen die 600 Flusskilometer zwischen Dresden und Hamburg in knapp drei Wochen geschafft sein. Organisator ist Ulrich Kons, Achter-Olympiasieger von 1980. Er hat auch frühere Kollegen dafür gewonnen, für bisher unheilbare Netzhauterkrankungen und die Teilhabe von Menschen mit Seheinschränkungen zu sensibilisieren.

«Ich bin eine Ruderanfängerin», sagte Kinski am Montag. Wie ihre 21-stündige Ostsee-Wandertour über 100 Kilometer 2021 sei es «ein Abenteuer». Mit Kons werde sie am 15. August an der berühmten Dresdner Elbbrücke Blaues Wunder ablegen. Im Wechsel mit Goldmedaillengewinnern wie Wolfgang Mager, Hans-Joachim Lück und Dieter Schubert - Olympiasieger von 1968 und 1972 und mit 79 Jahren der Älteste -, damit die Ankunft am 1. September in Hamburg gelingt.

Kinski leidet unter Retinitis pigmentosa, bei der Sehzellen nach und nach absterben. Das führt zu Nachtblindheit, einem Tunnelblick, nachlassender Sehkraft und münde in vollständiger Erblindung. Die 46-Jährige hofft auf neue Therapieansätze, zu denen am Dresdner Zentrum für Regenerative Therapien geforscht wird. Die Transplantation von im Labor gezüchteten Photorezeptoren könnte helfen, den Verlust dieser Sehzellen bei Erblindungskrankheiten zu überwinden und das Sehvermögen teils wiederherzustellen, sagte Projektleiter Marius Ader. Vor kurzem konnte so die Wahrnehmung von Tageslicht bei Mäusen mit degeneriertem Sehvermögen wiederhergestellt werden.

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