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Sachsenweites Gedenken an Geschehnisse des 9. Novembers

Ein neu verlegter Stolperstein im Gedenken an die im Jahr 1941 ermordete Ruth Rosa Mühlmann. / Foto: Ronny Hartmann/dpa/Archiv
Ein neu verlegter Stolperstein im Gedenken an die im Jahr 1941 ermordete Ruth Rosa Mühlmann. / Foto: Ronny Hartmann/dpa/Archiv

Der 9. November ist historisch. Vor 33 Jahren fiel die Mauer, 51 Jahre zuvor überfielen und töteten Nationalsozialisten jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Zum Jahrestag wird den Geschehnissen im Freistaat an vielen Orten gedacht werden.

An unterschiedlichen Orten in Sachsen soll am Mittwoch den Geschehnissen des 9. Novembers gedacht werden. So findet in Erinnerung an die Opfer des Pogroms in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in der Dresdner Frauenkirche ein Konzert statt. In der Leipziger Thomaskirche soll den Opfern mit einem Gottesdienst gedacht werden. Vor 84 Jahren hatten Soldaten in dieser Nacht unter nationalsozialistischer Führung Tausende Geschäfte und Wohnungen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger verwüstet und zerstört sowie deutschlandweit Synagogen niedergebrannt. Zudem wurden während der antisemitischen Ausschreitungen Tausende Juden verhaftet - einige von ihnen wurden niedergestochen, zu Tode geprügelt oder erschlagen.

Die Städte Leipzig und Chemnitz hatten zudem angekündigt, dass die Stolpersteine geputzt werden sollen, die in vielen deutschen Städten vor den Wohnorten verschleppter und getöteter Jüdinnen und Juden an diese erinnern. In weiteren Städten sollen an Gedenkorten sowie Synagogen Gedenkfeiern und Mahnwachen stattfinden. Das Internationale Auschwitz Komitee kündigte an, in Zwickau jenen Auschwitz-Überlebenden gedenken zu wollen, die dort im Januar 1945 während der Todesmärsche ums Leben gekommen oder ermordet worden sind. Das Komitee wurde 1952 von Überlebenden des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im damals besetzten Polen gegründet.

Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler mahnte anlässlich des Gedenktags, jeglichen autoritäreren Bestrebungen entschlossen entgegenzutreten: «Die Geschichte des 9. November zeigt uns deutlich, in welches Verderben eine totalitäre Herrschaft führt», sagte der CDU-Politiker. Ebenfalls am 9. November, jedoch im Jahr 1989, war die Berliner Mauer gefallen. Damit stehe der Tag auch für die Entstehung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland, so Rößler.

Auch die Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Nancy Aris, erinnerte an den Tag des Mauerfalls vor 33 Jahren: «Wir sollten die Freude und das Verbindende dieses Momentes in den aktuellen gesamtdeutschen Dialog mitnehmen und ihn mehr wertschätzen.» Die Trennung zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen sei überholt und trage nicht dazu bei, die Herausforderungen der Gegenwart zu lösen, sagte die in Berlin geborene Historikerin und Autorin.

In der Vergangenheit trugen sich am 9. November weitere historische Ereignisse zu. So wurde unter anderem der Demokraten Robert Blum am 9. November 1848 während der anschließend gescheiterten Märzrevolution in Wien von Truppen der Gegenrevolution erschossen.

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