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Reallabor lässt neue Produkte aus Reststoffen entstehen

Blick auf die Baustelle der neuen Uni-Bibliothek und dem dazugehörigen Hörsaalzentrum der TU Bergakademie Freiberg. ) / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Blick auf die Baustelle der neuen Uni-Bibliothek und dem dazugehörigen Hörsaalzentrum der TU Bergakademie Freiberg. ) / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Bergakademie Freiberg hat den Aufbau eines Reallabors gestartet, in dem künftig mittels 3D-Druck neue Produkte aus Abfall oder nachwachsenden Rohstoffen erprobt werden. Ziel sei es, Kunststoff zu ersetzen und eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen, sagte der Koordinator des SAMSax-Projekts, Henning Zeidler, am Donnerstag. Eingesetzt werden könnten bei dem Verfahren verschiedenste Pulver etwa aus Stroh, Holzmehl und Papierfasern, aber auch Reststoffe aus industrieller Produktion.

Per 3D-Druck könnten daraus neue Teile und Produkte hergestellt werden, etwa Elemente für Bühnenbilder, Architekturmodelle oder Verpackungen, die zum Beispiel Styropor ersetzen, erläuterte der Professor für Additive Fertigung. «Die Technologie steht.» Ziel sei eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen in der Region, die hier die Umsetzung ihrer Ideen testen können. Dazu gebe es schon 50 feste Partner sowie weitere Kontakte über verschiedene Netzwerke.

Für die Möglichkeiten dieses Verfahrens interessieren sich die Geomin Erzgebirgischen Kalkwerke, die etwa in Hammerunterwiesenthal weißen Marmor abbauen. Bei der Produktion von Baustoffen fielen Nebenbestandteile wie Gesteine und Stäube an, die entsorgt werden müssten, erläuterte Richard Kühnel von Geomin. Die Idee sei, solche Gesteinsmehle stattdessen für neue Produkte zu verwenden. Das 3D-Druck-Verfahren biete hierzu vielversprechende Möglichkeiten.

Der Aufbau des Reallabors wird vom Land mit einer Million Euro gefördert. Laut Zeidler sollen die Geräte Anfang kommenden Jahres arbeitsfähig sein. Mit dem Verfahren könnten beliebig komplexe Formen erzeugt werden bis zu einem Volumen von einem Kubikmeter. Dabei gehe es auch um höhere Stückzahlen von mehreren Hundert oder Tausend Exemplaren. Neben der Bergakademie Freiberg sind auch die Technischen Universitäten Dresden und Chemnitz an dem Projekt beteiligt.

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