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Pilze und Klärschlamm gegen Tagebau-Mondlandschaften

Ein Schaufelradbagger arbeitet im Tagebau Schleben-Crellenhain der Kemmlitzer Kaolinwerke. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild
Ein Schaufelradbagger arbeitet im Tagebau Schleben-Crellenhain der Kemmlitzer Kaolinwerke. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild

Fraunhofer-Forscher aus Dresden haben mit Partnern ein Verfahren entwickelt, das nach Angaben der Experten Tagebau-Mondlandschaften mit Pilzkompost und Klärschlamm neues Leben einhauchen kann. Die oberste Schicht von kargen Abraumhalden werde dabei mit der Kompost-Mischung «geimpft», erläuterte Nico Domurath vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) am Mittwoch. Ein Versuch auf einer Deponie bei Leipzig habe auf 600 Quadratmetern gezeigt, dass so sehr schnell eine dauerhafte Vegetation entstehe. Auf unbehandelten Böden sehe dies anders aus.

Das Problem der Tagebau-Hinterlassenschaften ist, dass die Bagger biologisch inaktiven Boden tief aus dem Erdreich holen. Darin fehlen Mikroorganismen und Pflanzenwurzeln. Bleibt dieser Boden unbehandelt als oberste Schichte auf Halden liegen, dauert es oft Jahrzehnte, bis sich dort überhaupt neues Leben entwickelt.

Die Fraunhofer-Forscher haben ihre Mischung aus Klärschlamm-Kompost oder -Asche und verbrauchtem Pilzsubstrat aus Champignon-Farmen entwickelt. Dieser Spezialkompost könne sehr einfach mit Bodenfräsen untergemischt werden, sagte Domurath. Die Versuchsfläche auf der Deponie in Leipzig sei 2019 angelegt worden. Bislang habe sie alle Hitzewellen überstanden und sich nicht in eine Mondlandschaft zurückverwandelt.

Die Projektpartner wollen das Verfahren jetzt im Freiberger Raum auf alten Bergbauhalden weiter erproben. Die Fraunhofer-Forscher gehen davon aus, dass die Technologie schon jetzt «sehr einsatzreif» ist. Bevor sie im ganz großen Maßstab genutzt werden könne, seien aber noch etliche rechtliche Fragen zu lösen. Sowohl die Gestaltung von Bergbauhalden als auch die Nutzung von Klärschlamm seien streng reguliert.

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