Mit einem Konzert der jüdischen Künstlerin Bente Kahan hat der sächsische Landtag am Holocaust-Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Ausgehend von der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz als monströsestem Symbol des Kulturbruchs erinnere man an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, sagte Landtagspräsident Alexander Dierks (CDU) bei der Gedenkstunde im Plenarsaal. «Möge es nie wieder passieren.»
Dieses «Nie wieder» entscheide sich in jeder Generation neu, sagte Dierks. Es dürfe kein Ende des Erinnerns geben. Dierks hob die Bedeutung der Gedenkstätten hervor. «Als junger Deutscher steht man da und empfindet Scham, was andere Deutschen und anderen Menschen in ganz Europa angetan haben.»
Kahan trägt Lieder und Texte aus Ghettos vor
In ihrem etwa eine Stunde dauernden, bewegenden Konzert präsentierte Kahan selbst vertonte Lieder und Texte, die die Künstler in Ghettos schufen. Die in Oslo als Kind von Holocaustüberlebenden geborene Künstlerin trug unter anderem ein Gedicht des Wiener Kabarettkünstlers Leo Strauss über das Leben im Ghetto Theresienstadt und einen Brief der deutsch-tschechischen Schriftstellerin Ilse Weber an ihren in Sicherheit gebrachten Sohn in Schweden vor. Sowohl Strauss als auch Weber wurden im deutschen Vernichtungslager Auschwitz ermordet.
Begleitende Ausstellung im Landtag
Ergänzend zu ihrem Konzert brachte Kahan eine Wanderausstellung ihrer Stiftung in den sächsischen Landtag. Unter dem Titel «Unvollendete Leben» stellt sie Künstlerinnen und Künstlern vor, die Opfer des Holocaust wurden. Dierks erinnerte zudem an das jüdische Themenjahr «Tacheles», mit dem der Freistaat seit Mitte Dezember jüdisches Leben und jüdische Kultur feiert.
Am 27. Januar 1945 hatten sowjetische Truppen die Überlebenden des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz im besetzten Polen befreit. Die Nazis hatten dort mehr als eine Million Menschen ermordet, überwiegend Juden.
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