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Jüdin fordert Zugang zu Foto-Negativen ihres Großvaters

Um Zugang zu über 3000 Negativen von Fotografien ihres Großvaters aus den 1930er Jahren zu bekommen, hat sich die Jüdin Nadia Vergne mit einem Appell an die Öffentlichkeit gewandt. «Ich möchte, dass das Archiv meiner Familie in Leipzig für die nächste Generation öffentlich zugänglich wird», sagte sie am Mittwoch im Ariowitsch-Haus in Leipzig. Die Negative des Fotografen Abram Mittelmann zeigen überwiegend Porträts von Menschen aus Leipzig. Sie seien nach Angaben des Stadtgeschichtlichen Museums in den 80er Jahren bei Dacharbeiten gefunden worden. Seitdem befänden sie sich in Privatbesitz. Obwohl sie gefragt habe, sei ihr bislang kein direkter Zugang zu den Negativen gewährt worden, sagte Vergne.

Der Bitte der in Paris lebenden Jüdin schlossen sich Küf Kaufmann von der Israelitischen Gemeinde Leipzig und der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums in Leipzig, Anselm Hartinger an. Die Negative befänden sich auf etwa 2200 Glasplatten, zu denen auch das Museum und Kaufmann trotz mehrfachen Versuchs keinen Zugang bekommen hatten. Deshalb nun der gemeinsame Appell: «Denn das ist nicht nur ein jüdisches, sondern ein stadtgeschichtliches Thema», so Kaufmann.

Zu befürchten sei, dass jene Glasplatten in Gefahr sind, warnte Hartinger. Zwar sei die Rettung und Restaurierung der Platten ein großes Projekt, doch es brauche den Beweis, dass die Platten noch existieren, sagte der Direktor.

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