Der Architekt und Erbauer der Dresdner Frauenkirche, George Bähr (1666-1738), war genetisch gesehen ein typischer Mitteleuropäer. Er hatte helle Haut und wahrscheinlich braune Augen, wie Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte Jena in Thüringen und der Universität Tübingen laut Mitteilung vom Donnerstag herausfanden. Sie entschlüsselten das Genom des Barockbaumeisters, von dem es weder Bildnis noch Beschreibung gibt. Ihre Studie wird in der Fachzeitschrift «Scientific Reports» veröffentlicht.
Bährs Aussehen bleibt dennoch unvollständig, weil die Forscher bestimmte Gene in dessen DNA nicht finden konnten, auch wegen des Alters der Knochen, wie Alexander Peltzer von der Universität Tübingen sagte. So können sie keine Angaben zu Haarfarbe, Größe oder anderen Merkmalen machen. Das Team hat über mehrere Jahre Teile eines Skeletts untersucht, die beim Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche nach 1990 gefunden wurden. Aus Expertensicht handelt es sich um die Überreste von Bähr, der allein in der betreffenden Krypta bestattet worden war.