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Hitze und fehlender Regen: Viel zu trocken in Brandenburg

Die extreme Trockenheit und fehlender Niederschlag in Brandenburg verursachen Wald- und Heidebrände - in den Flüssen Spree und Schwarze Elster fehlt Wasser. Das Gesundheitsministerium rief vor einer prognostizierten Hitzewelle für dieses Wochenende zu Achtsamkeit auf - vor allem gegenüber älteren Menschen. Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit einer starken Wärmebelastung und sagt für das Wochenende Temperaturen in Brandenburg zwischen 25 und 34 Grad voraus. Vor allem am Samstag soll es sehr warm bis heiß werden.

Für bestimmte Gruppen wie etwa ältere, chronisch kranke oder pflegebedürftige Menschen, aber auch Schwangere sei das gefährlich, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Donnerstag. Sie appellierte an die Brandenburger, auf Mitmenschen zu achten und im Ernstfall zu helfen.

Die vom Klimawandel hervorgerufenen langen Hitzeperioden der vergangenen Jahre haben auch in Brandenburg gravierende Auswirkungen: Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg wurden im vergangenen Jahr 111 Hitzetote im Land registriert. Zum Vergleich: 2020 waren 143 Hitzetote erfasst worden, 2019 waren es 126. Der bisherige Rekord wurde 2018 mit 331 Hitzetoten erreicht.

Weil in den Flüssen Spree und Schwarze Elster wegen ausbleibender Niederschläge zunehmend Wasser fehlt, sind Expertengruppen einberufen worden. Die länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe «Extremsituation» als auch die AG Niedrigwassermanagement sollen die hydrologische Situation bewerten, Lösungen erarbeiten und sie umsetzen, wie das Brandenburger Umweltministerium mitteilte. Dabei arbeiten die Länder Brandenburg, Sachsen und Berlin zusammen. Die Winterniederschläge reichen den Experten zufolge nicht aus, um den Wasserhaushalt der Lausitz für die Sommermonate zu stabilisieren.

Die Spree wird im Süden Brandenburgs von der Talsperre Spremberg gestützt. Das Speichervolumen im gesamten Einzugsgebiet der Spree konnte zwar im Mai fast vollständig aufgefüllt werden. Der Wasserstand der Talsperre fällt wegen der Trockenheit und ausbleibenden Regens allerdings circa zwei bis drei Zentimeter pro Tag. Ähnlich sieht es im Speicherbecken Niemtsch (Oberspreewald-Lausitz) aus: Auch dort sinkt der Wasserstand in Niemtsch den Angaben zufolge um etwa zwei Zentimeter pro Woche.

Die Schwarze Elster ist zwischen Kleinkoschen und der Mündung des Nebenarms Rainitza abschnittsweise ausgetrocknet. Der Landesanglerverband begann dort bereits, die Fische aus dem Gewässer zu holen. Das Landesumweltamt geht davon aus, dass die Niedrigwassersituation in beiden Flussgebieten bestehen bleibt.

Der Landkreis Elbe Elster hat am Donnerstag per Allgemeinverfügung Wasserentnahmen aus allen Oberflächengewässern des Landkreises mittels Pumpen untersagt. Auch in Spree-Neiße wird Wasserentnahme reglementiert. Die erlaubnisfreie Entnahme von Wasser mit Pumpen aus Oberflächengewässern wird zeitlich eingeschränkt. Die Behörden riefen dazu auf, mit Grund- und Trinkwasser sparsam umzugehen. In Cottbus ist die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern wie Flüssen seit Mittwoch eingeschränkt.

Das Landesumweltministerium plant ein Gesamtkonzept, um die Gewässer wieder in einen guten Zustand zu bringen. Zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes sollen ab dem kommenden Jahr bis 2027 jährlich zehn Millionen Euro investiert werden.

Die Waldbrandgefahr im Land ist weiter unvermindert hoch: Der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel sprach von 12 Bränden allein am Mittwoch. Damit sind ihm zufolge seit Saisonbeginn rund 200 Waldbrände registriert worden. Ein großer Flächenbrand hat die Feuerwehren in Berlin und Brandenburg am Mittwochabend in Atem gehalten. Das Feuer loderte auf einer 12.000 Quadratmeter großen Gras- und Heidefläche nahe Dallgow-Döberitz (Havelland) an der Stadtgrenze zu Berlin. Nach Angaben der Regionalleitstelle Nordwest brannte es auf 2000 Quadratmetern auf Brandenburger und auf etwa 10.000 Quadratmetern auf Berliner Gebiet. Verletzt worden sei niemand.

Nach Angaben des Umweltministeriums galt am Donnerstag in elf Landkreisen die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe (4), in den Kreisen Uckermark, Märkisch-Oderland und Oder-Spree Gefahrenstufe 3. Die Stufen werden unter anderem anhand von Niederschlag, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Temperatur berechnet.

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