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Schloss Proschwitz: Dank Dauerfrost erstmals wieder Eiswein

Frostige Weintrauben, aufgenommen bei der Eisweinlese. / Foto: Heiko Rebsch/dpa/Symbolbild
Frostige Weintrauben, aufgenommen bei der Eisweinlese. / Foto: Heiko Rebsch/dpa/Symbolbild

Bei klirrender Kälte haben Mitarbeiter des Weinguts Schloss Proschwitz am Mittwochmorgen im historischen Terrassenweinberg in Seusslitz bei Meißen gefrorene Trauben für Eiswein gelesen. Knapp 20 Mitarbeiter und die sächsische Weinkönigin Sabrina Papperitz ließen sich das seltene Ereignis nicht entgehen. Wegen der milderen Winter in der Vergangenheit hatte es zuletzt vor zehn Jahren eine Eisweinlese in Sachsens größtem Privatweingut gegeben, sagte Winzer Georg Prinz zur Lippe. Wegen der Klimaveränderungen werde Eiswein immer unwahrscheinlicher und das bestehende Risiko erhöhe sich jedes Jahr.

Nachdem es über mehrere Tage minus zwölf Grad kalt war, wurde der Traminer von etwa einem halben Hektar ab 6 Uhr innerhalb von anderthalb Stunden geborgen - rund 250 Kilogramm - und von den Kellermeistern umgehend ausgepresst. «Die Beeren haben Edelfäule, wurden nicht groß von Vögeln angepickt und sind durch mehrtägigen Frost komplett eingefroren», erklärte Betriebsleiter Björn Probst. Sie müssten vorsichtig behandelt werden, um nur das Konzentrat für eine hohe Qualität zu erhalten.

Erste Messungen ergaben ein Mostgewicht von 160 Grad Oechsle und einen mäßigen Säuregrad von sechs Promille. Winzer Georg Prinz zur Lippe sprach von einem «besonderen Elixier» aus allen Aromen und Inhaltsstoffen der Traube, die den edelsüßen Wein höchster Qualität möglich machten. «Das gesamte Weinjahr wird darin lebendig.» Der Zustand der Trauben biete beste Voraussetzungen für Eiswein, der «ist etwas sehr Authentisches für den Betrieb und das Terrain». Die bei Weinkennern begehrte Rarität muss nach der Gärung noch mehrere Monate reifen.

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