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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Nächste Krise im Anmarsch: Wie der Klimawandel den Tourismus in Sachsen trifft - und wie die Branche reagieren kann...

Alexander Schimmeck, Unsplash
Alexander Schimmeck, Unsplash

Der Tourismus trägt zum Klimawandel bei und ist gleichzeitig bedroht von ihm. In dem Beitrags-Auszug gehen wir auf Folgen und Maßnahmen für den Tourismus ein.

Der Tourismus ist Treiber des Klimawandels und die Branche ist gleichzeitig bedroht von ihm. Die Risiken für den Sektor sind existenziell. Aber es gibt auch Chancen. Wichtig ist, frühzeitig zu erkennen, wie sich das Klima in der Region verändert. Was können Destinationen und Tourismusunternehmen für Klimaanpassung tun? Der folgende Auszug aus dem Nachhaltigkeitsblog von plant values zeigt, wie Klimaanpassung und Klimaschutz in Zusammenhang stehen.

Klimawandel betrifft Tourismusregionen

Globale Klimaveränderungen

Das Klima ändert sich global, wie Langzeitdaten zeigen. Auswirkungen sind vielerorts zu bemerken: Angefangen vom Gletscher- und Eisschwund in der Arktis einhergehend mit steigendem Meeresspiegel. Dieser führt zu einem Schwund an Stränden und bedroht besonders Inselstaaten und Küstenstädte. Bei einem Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius sind aufgrund des einhergehenden Meeresspiegelanstiegs laut Berechnungen der UNESCO mehr als 15% aller Welterbestätten bedroht.
Noch drastischer zeigt sich das Szenario, wenn alles Eis schmilzt. Simulationen hierzu hat die National Geographic aufgestellt (National Geographic, 2013) Daraus resultierende Fluchtbewegungen können zum Verlust von Tradition führen. Neben der Kultur ist auch die Biodiversität bedroht. Die Population in der Tierwelt ist in den letzten 50 Jahren um mehr als 2/3 geschrumpft, so der WWF Living Planet Report 2020. (Anmerkung der Redaktion: Klimawandel ist hierbei nur ein Grund).
Davon sind Regionen weltweit betroffen, deren touristisches Potenzial sich damit vollens verändert.

Wie verändert sich das Klima in deutschen Tourismusregionen?

Klimaveränderungen zeigen sich auch in Deutschland. Klimaindikatoren, wie Jahresmitteltemperatur, Hitzeintensität, Extremwettertage, zeigen ein eindeutiges Bild. Für Sachsens Landeshauptstadt Dresden ergeben sich folgende Vorhersagen:

Klimawandel in Dresden in Zahlen
Klimaveränderungen Stadt Dresden (Klimainformationssystem, 2020)

Darüber hinaus wird Deutschland bspw. ein Anstieg der Jahresmitteltemperatur um ca. 4 Grad Celsius bis im Jahr 2100 und eine Vervierfachung der Hitzetage (> 30°C) gegenüber den Jahren 1961-1990 prognostiziert. In einigen Reisezielregionen haben sich die Hitzetage bereits zwischen 1961-1990 und 1990-2019 vervierfacht, so z.B. am Bodensee oder im Allgäu. In der Zugspitzregion sind die Schneetage im gleichen Zeitraum um 13 % zurückgegangen. An der Ostsee, der Mecklenburgischen Seenplatte und Städten wie Dresden ist die Temperatur um mehr als 1 Grad Celsius gestiegen zwischen 1961-1990 und 1990-2019. Bis 2100 sollen sich diese Indikatoren stark verschärfen.
Wir haben dazu beispielhaft die Klimaveränderungen am Bodensee, im Allgäu, in der Zugspitz-Region, in Dresden, an der Ostsee sowie der Mecklenburgische Seenplatte verlinkt.

Was bedeutet der Klimawandel für den Tourismus?

Reiseziele im Klimawandel

Warum ist es für Tourismusanbieter wichtig über Klimaveränderungen Bescheid zu wissen? Der Tourismus ist besonders sensibel gegenüber Wetter- und Klimaveränderungen. Bleibt der Schnee aus, fällt die Skisaison aus, z.B. im Erzgebirge (Studie „Schneesicherheit in Sächsischen Skigebieten nimmt ab“, 2020). 
Aber auch Städtetourimus leidet unter den Veränderungen: Die Hochwasser 2002 und 2013 in Folge von Extremwetterereignissen führten zu einem vollständigen Erliegen des Tourismus. In den Dürresommern 2018 und 2019 im Kontrast konnte die Dampfschifffahrt auf der Elbe aufgrund der niedrigen Pegelstände ihr Angebot nicht aufrechterhalten.
Im Spreewald wiederrum nehmen Wasserqualität und Wasserstände in einem bedrohlichen Maße ab, dass bis heute zahlreiche Wasserstraßen und Kanäle nicht befahrbar sind. (Reihe „Savanne Oberlausitz“ Sächsische Zeitung, 2020) In der Sächsischen Schweiz wurde die Wegequalität aufgrund der Räumarbeiten mit Großmaschinen infolge des Borkenkäfereinschlags stark in Mitleidenschaft gezogen.

Das Klima beeinflusst also den Tourismus in Form von Länge und Qualität einer Saison, Wasserqualität und Wasserständen in Gewässern, Biodiversität, Naturgefahren, Pollen und Krankheitserregern, wetter- und klimaabhängigen touristischen Aktivitäten sowie Kosten für Betrieb und Instandhaltung von touristischen Infrastrukturen. Gleichfalls zeigt dies, dass Klimaveränderungen zum totalen Verlust von touristischem Angebot führen können. Der Tourismus ist womöglich mehr als jede andere Branche auf ein funktionierendes ökologisches und soziales Umfeld angewiesen. Die Verletzlichkeit gegenüber Umweltschäden, den Folgen des Klimawandels, Soziale Unruhen, Sicherheitsproblemen und Gesundheitsrisiken ist besonders hoch.

Wir sehen an den zahlreichen Beispielen: Der Tourismus muss sich also dem Klimawandel anpassen.

Was braucht es für eine Klimaanpassung?

Klimaanpassungsprozess gestalten

Klimaanpassung identifiziert die Gefahren und kann damit Schäden minimieren. Im besten Fall können Tourismusunternehmen und Destinationen zu erwartende Veränderungen sogar zu ihrem Vorteil nutzen. Ziel sollte eine proaktive und langfristige Planung auf strategischer Ebene sein, welche sich in die Gesamtstrategie, z.B. einer Destination, einschmiegt. Dies impliziert, dass ein Klimaanpassungskonzept nicht losgelöst von bereits bestehenden Prozessen und Stakeholdern stehen sollte, sondern in einem integrativen Beteiligungsprozess erarbeitet und in einer Gesamtstrategie verankert werden sollte.  Der erste Schritt für den Prozess ist es, Potenziale und Risiken des Klimawandels zu identifizieren und daneben Stakeholder für das Thema zu sensibilisieren. So ist im nächsten Schritt eine gemeinsame Strategiearbeit auf Augenhöhe möglich. Im Anschluss ist es wichtig, die Strategie auszuführen. Darin festgesetzte Maßnahmen sollen gemeinsam umgesetzt werden. Die Ergebnisse sind in der Folge zu bewerten und darauf aufbauend Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln, z.B. durch nachhaltige Innovationen und neue ambitionierte Ziele.

Klimaanpassung und Klimaschutz müssen Hand in Hand gehen

Kurzfristig effektive, jedoch langfristig schädliche Lösungen, wie künstliche Beschneiung für Skipisten, sollten genau abgewogen werden. Diese können den Klimawandel weiter verstärken. Sie können die Destination sogar langfristig schädigen und noch intensivere Anpassungszwänge erfordern. Deshalb sollten sie als Lösung nicht in Betracht gezogen werden. Eine langfristige Anpassung hingegen schließt Klimaschutzziele mit ein. Der Klimaschutz ist ein wichtiges Instrument, um letztlich das ökologische und soziale Umfeld zu schützen, auf welches der Tourismus so stark angewiesen ist.
Hierfür können Tourismusunternehmen und Destinationen Klimaschutz und Klimaanpassung kombinieren. Damit ist ein erster Grundstein gelegt, um den Tourismus auf den Klimawandel vorzubereiten. 

Wie man Klimaschutz im Tourismus umsetzen kann, zeigen wir in einem weiteren Beitrag in unseren Blogartikeln Klimaschutz im Tourismus: 4 Strategien, die auf dem Weg helfen und Klimaschutz im Tourismus umsetzen: 40 wertvolle Maßnahmen.


Den kompletten Beitrag lesen sie kostenfrei im Blog von plant values: 
Klimawandel und Tourismus: Welche Regionen sind betroffen und was kann getan werden?

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