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Hohe Energiepreise bedrohen Produktion von Grundstoffen

Die ostdeutsche Chemie- und Pharmaindustrie blickt mit Sorge auf die steigenden Preise auf dem Energiemarkt. Besonders die energieaufwendige «Basis-Chemie» - also die Herstellung von Grundchemikalien wie Ethylen und Propylen - stehe davor, ihre Anlagen herunterzufahren, sagte ein Sprecher des Landesverbandes Nordost im Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Freitag. Auch die Produktion rund um den Grundstoff Ammoniak sei von der Entwicklung am Energiemarkt besonders stark betroffen. Zunächst hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» darüber berichtet.

«Die Preisexplosion an den Energiemärkten nimmt dramatische Ausmaße an. Insbesondere das mittlerweile erreichte Niveau der Erdgaspreise droht für unsere Betriebe zur Existenzfrage zu werden», schrieb der Sprecher. Anlagen auf dem Gebiet der neuen Bundesländer stünden bereits «kurz davor», die Anlagen herunterzufahren.

Eine betriebswirtschaftlich vernünftige Erzeugung von Ammoniak sei derzeit kaum möglich, schrieb dazu der Industrieverband Agrar am Freitag. Folgeprodukte seien bereits auf einem hohen Preisniveau und Kostensteigerungen könnten nur sehr begrenzt an die Endkunden weitergegeben werden, da die Unternehmen im internationalen Wettbewerb stünden.

Diese Entwicklung müsse der Politik ein Weckruf sein. «Wenn sich die Energiepreise vervielfachen, dann ist das kein Betriebsrisiko, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem», führte der Chemie-Verbandssprecher aus. Deutschland müsse die zusätzliche Belastung der Energiepreise durch niedrigere Steuern und Abgaben verringern.

Wenn die Strompreise weiter aus dem Ruder liefen, seien Investitionen in Gefahr, betonte der Sprecher. Gleichzeitig drohe aus den hohen Strompreisen eine Rückbesinnung auf die Kohle zu werden. «Eine solche Rolle rückwärts ist für das Klima nicht wünschenswert.»

Die Chemie- und Pharmaindustrie ist nach Angaben des Verbandes in Deutschland nach der Autoindustrie und dem Maschinenbau die drittstärkste Industriebranche. In Ostdeutschland ist sie die drittgrößte Branche und gehört laut Verband zu den größten Arbeitgebern. Bundesweit hat die Branche rund 465 000 Beschäftigte, in Ostdeutschland 54 500 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz in den neuen Ländern lag zuletzt bei knapp 27 Milliarden Euro (2020), Tendenz für 2021 steigend.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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