Angesichts möglicher deutlich steigender Heizkosten in Sachsen rät die Verbraucherzentrale Mieterinnen und Mietern, Abrechnungen genau zu prüfen und den eigenen Energieverbrauch kritisch zu hinterfragen. «Bei gestiegenen Heizkosten sollten Mieterinnen und Mieter in einem ersten Schritt ihr eigenes Verbrauchsverhalten kritisch analysieren», sagt der Energiereferent der Verbraucherzentrale Sachsen, Lorenz Bücklein. Da ein Anbieterwechsel - etwa bei Fernwärme - meist nicht möglich sei, sei dies oft der wirksamste Hebel, um Kosten zu senken.
Prognose warnt vor Spitzenwerten in Sachsen
Hintergrund ist eine Prognose des Energiedienstleisters Techem, wonach Verbraucherinnen und Verbraucher in Sachsen zu den bundesweit am stärksten von Heizkostensteigerungen betroffen sein könnten. Besonders Haushalte mit Fernwärmeversorgung müssten demnach mit deutlich höheren Belastungen rechnen. Als Gründe nennt Techem unter anderem den Wegfall staatlicher Entlastungen sowie einen witterungsbedingt höheren Verbrauch infolge eines vergleichsweise kalten Winters.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt kurzfristig einfache Maßnahmen wie frei stehende Heizkörper, abgesenkte Temperaturen bei Abwesenheit sowie regelmäßiges Stoßlüften. Wichtig sei, die Raumtemperatur nicht unter 16 Grad sinken zu lassen, um Schimmel zu vermeiden. Zudem sollten hohe Nachzahlungen nicht ungeprüft akzeptiert werden. «In der Regel lohnt es sich, eine Heizkostenabrechnung bei gestiegenen Kosten und hohen Nachzahlungen kritisch unter die Lupe zu nehmen», so die Verbraucherzentrale. Mieterinnen und Mieter hätten Anspruch auf Belegeinsicht und könnten bei Unstimmigkeiten Widerspruch einlegen.
Heizkosten abhängig vom Wohnort
Einheitlich steigen die Heizkosten nach Angaben einiger Anbieter in Sachsen allerdings nicht. Im Raum Dresden schlagen vor allem ausgelaufene staatliche Entlastungen auf die Abrechnungen durch. Zwar hätten sich die Fernwärmepreise nach der Energiekrise wieder entspannt, dennoch würden viele Haushalte höhere Kosten aufweisen. «2024 galt die Preisbremse nicht mehr. Obwohl sich der Preis für Fernwärme im Vergleich zum Krisenjahr 2023 wieder entspannte, nehmen die Verbraucher jedoch jetzt in der Abrechnung für das Jahr 2024 eine Kostensteigerung wahr - weil die staatliche Unterstützung fehlt», teilt der Dresdner Anbieter Sachsenenergie mit.
In Leipzig berichten die Stadtwerke hingegen von stabilen bis sinkenden Preisen. Höhere Heizkosten seien dort vor allem verbrauchsbedingt. «Der Hauptgrund für etwaige Heizkostensteigerungen ist somit nicht der Energiepreis, sondern das kältere Wetter im vergangenen Jahr und ein damit verbundener Mehrverbrauch an Heizenergie», erklärt ein Sprecher.
Im Raum Chemnitz sind die Preise laut dem Versorger Eins Energie zuletzt sogar leicht gesunken oder nahezu konstant geblieben. Ein deutlicher Heizkostenanstieg wegen eines Preisanstiegs sei hier nicht feststellbar, teilt das Unternehmen mit. Allerdings könne sich die sehr kalte Witterung in den Wintermonaten deutlich auf den Verbrauch und damit auf die Gesamtkosten auswirken.
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