Der Sächsische Handwerkstag sieht einen Aufschwung nach zwei Jahren Corona-Pandemie in weite Ferne gerückt. Als Ursachen für die gedämpfte Stimmung nannte Vizepräsident Tobias Neubert am Montag in Dresden Lieferengpässe, gestiegene Kosten für Material und Energie sowie einen Mangel an Fachkräften. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine habe die Verwerfungen noch verstärkt. Die Preise für Vorprodukte stiegen nahezu wöchentlich, die Baukosten seien explodiert. Eine seriöse Kalkulation ließe sich kaum noch machen. Kostensteigerungen könnten nur bedingt an die Kunden weitergegeben werden.
«Ein so unübersichtliche Lage im Geschäftsalltag hatten wir lange nicht, zumal Personalausfälle durch Corona-Infektionen Handwerksbetriebe zusätzlich unter Druck setzten. Am meisten zu schaffen machen uns derzeit galoppierende Einkaufspreise, so für Holz, Stahl, Mineralölerzeugnisse und Gas», sagte Neubert. Von der Politik erwarte man eine steuerliche Entlastung der Betriebe.
Neubert stellte zudem Ergebnisse der Frühjahrskonjunkturumfrage vor. Demnach beurteilten 51 Prozent der beteiligten Betriebe ihre Geschäftslage mit gut, 38 mit befriedigend und 11 Prozent mit schlecht. Bei der Frühjahrsumfrage 2019 - also vor der Pandemie - waren es 68 Prozent (gut), 28 Prozent (befriedigend) und 4 Prozent (schlecht). In den meisten Gewerken blieben die Umsätze und der Auftragsbestand bezogen auf die Zeit vor der Pandemie stabil. 70 Prozent der Betriebe konnten höhere Preise am Markt durchsetzen. An der Umfrage beteiligten sich 1585 Handwerksbetriebe.