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Gashandelskonzern VNG vor schwierigem Jahr wegen Krieg

Der Gashandelskonzern VNG ist durch den Krieg der Ukraine in unsicheres Fahrwasser geraten. Der Vorstandsvorsitzende Ulf Heitmüller wollte am Dienstag bei der Vorlage der Bilanz in Leipzig keine Prognose für das Geschäftsjahr 2022 abgeben. Das Jahr werde «herausfordernd», der russische Angriffskrieg sei eine Zäsur für das Unternehmen, sagte Heitmüller. Das Hauptgeschäft von VNG ist der Handel, Transport und die Speicherung von Erdgas. Mit Russland gibt es eine jahrzehntelange Zusammenarbeit. Wegen der Unsicherheiten hat VNG Staatshilfe beantragt.

Eine der großen Aufgaben für die VNG sei es jetzt, neue Bezugsquellen für Gas zu erschließen. Das Unternehmen bezieht bereits Gas aus Norwegen. Die Gespräche mit den nordeuropäischen Partnern sollen intensiviert werden. Heitmüller erwartet zudem einen «Boom» von LNG, also verflüssigtem Erdgas. Das allerdings werde Zeit brauchen. Einen kurzfristigen Ersatz von russischem Gas in Deutschland hält Heimüller nicht für realistisch.

VNG beziehe knapp 20 Prozent seines Gases direkt aus Russland, sagte der Vorstandschef. Indirekt sei der Anteil höher, weil auch bei dem Gas, das auf den Märkten eingekauft werde, in etwa 50 Prozent aus Russland stammten. Die VNG wolle ihre bestehenden Verträge mit russischen Partnern erfüllen, aber keine neuen abschließen, sagte der Vorstandschef.

Im Geschäftsjahr 2021 habe der Konzern seine Umsatz fast verdoppeln können von 9,8 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 18,5 Milliarden Euro im Jahr 2021, sagte Finanzvorstand Bodo Rodestock. VNG habe dabei von den extremen Preissteigerungen beim Gas profitiert, die schon im vorigen Herbst begannen. Das operative Konzernergebnis stieg von 179 Millionen Euro auf 225 Millionen Euro. Damit seien die Prognosen übertroffen worden. VNG beschäftigt 1462 Mitarbeiter.

Wegen der Preiskapriolen und Unsicherheiten nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs hat VNG allerdings Staatshilfe beantragt. Das sei eine vorsorgliche Maßnahme, sagte Rodestock. Bisher habe man alle Verpflichtungen aus eigener Kraft erfüllen können. Bei staatlichen Förderbank KfW sei ein Kredit in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro beantragt worden. Eine Entscheidung darüber solle in Kürze getroffen werden.

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