Auf den sächsischen Aronia-Feldern hat die Ernte begonnen. Nach dem Rekordjahr 2021 werde sie «ganz schwach, katastrophal», sagte Jörg Holzmüller, Geschäftsführer von Aronia Original Dresden, der Deutschen Presse-Agentur, zum Auftakt am Donnerstag. «Wir gehen von fünf bis zehn Prozent des Vorjahresertrags aus.» Das liege weniger an Hitze und Trockenheit als am Wind, der die Böden zusätzlich austrockne. Viele Anlagen seien komplett vertrocknet.
Die als schwarze Apfelbeere bekannte Obstsorte, die zu den Rosengewächsen gehört, wird auf landesweit 180 Hektar angebaut. «Es ist die größte Fläche in Deutschland nach Brandenburg», sagte Holzmüller, dessen Unternehmen in beiden Bundesländern von insgesamt rund 200 Hektar Früchte zur Verarbeitung bezieht. Davon seien 2021 geschätzt rund 900 bis 1000 Tonnen geerntet worden, doppelt so viele Beeren je Hektar wie normal. «Diesmal kommen wir mit viel Glück auf knapp 80 bis 90 Tonnen.»
Während die großteils auf den Elbwiesen befindlichen Anlagen auf Grundwasser zurückgreifen könnten oder wie in Brandenburg per Tröpfchen aus Brunnen bewässert werden, drohe Landwirten ohne diese Möglichkeiten ein Totalausfall. Einziger Trost: «Das, was da ist, ist von hervorragender Qualität», sagte Holzmüller. «Die Beeren sind süß und vollends ausgereift.» Eine schlechtere Saison nach einem guten Jahr sei normal, aber das jetzt sei schon extrem.