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Extrem wenig und von hoher Qualität: Aronia-Ernte in Sachsen

Geerntete Aronia-Beeren liegen auf einer Aroniaplantage in einem Behälter. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB/dpa/Archivbild
Geerntete Aronia-Beeren liegen auf einer Aroniaplantage in einem Behälter. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB/dpa/Archivbild

Sie sind klein und dunkelviolett, schmecken feinherb und gelten wegen ihrer Vitamine als Super-Food. Aronia-Beeren werden auf rund 180 Hektar in Sachsen angebaut - die Aussichten für 2022 sind gemischt.

Auf den sächsischen Aronia-Feldern hat die Ernte begonnen. Nach dem Rekordjahr 2021 werde sie «ganz schwach, katastrophal», sagte Jörg Holzmüller, Geschäftsführer von Aronia Original Dresden, der Deutschen Presse-Agentur, zum Auftakt am Donnerstag. «Wir gehen von fünf bis zehn Prozent des Vorjahresertrags aus.» Das liege weniger an Hitze und Trockenheit als am Wind, der die Böden zusätzlich austrockne. Viele Anlagen seien komplett vertrocknet.

Die als schwarze Apfelbeere bekannte Obstsorte, die zu den Rosengewächsen gehört, wird auf landesweit 180 Hektar angebaut. «Es ist die größte Fläche in Deutschland nach Brandenburg», sagte Holzmüller, dessen Unternehmen in beiden Bundesländern von insgesamt rund 200 Hektar Früchte zur Verarbeitung bezieht. Davon seien 2021 geschätzt rund 900 bis 1000 Tonnen geerntet worden, doppelt so viele Beeren je Hektar wie normal. «Diesmal kommen wir mit viel Glück auf knapp 80 bis 90 Tonnen.»

Während die großteils auf den Elbwiesen befindlichen Anlagen auf Grundwasser zurückgreifen könnten oder wie in Brandenburg per Tröpfchen aus Brunnen bewässert werden, drohe Landwirten ohne diese Möglichkeiten ein Totalausfall. Einziger Trost: «Das, was da ist, ist von hervorragender Qualität», sagte Holzmüller. «Die Beeren sind süß und vollends ausgereift.» Eine schlechtere Saison nach einem guten Jahr sei normal, aber das jetzt sei schon extrem.

Seit einigen Jahren sind intensive Bodenwinde laut Holzmüller ein Trockenfaktor neben Sonne und Hitze. «Einige Landwirte haben aufgehört, die Anbaufläche insgesamt ist reduziert.» Bei 20 Hektar lohne es sich auch in so einem Jahr noch, trotz steigender Energiekosten. Und auch zusätzliche Maßnahmen zur natürlichen Unterstützung des Pflanzenwachstums für vitale, kraftvolle, schmackhafte und gesunde Früchte zahlten sich aus. Dennoch geht Holzmüller von einem wirtschaftlichen Verlust aus. «Es kommt auf die Qualität an.»

Nach verlustreichen Jahren hatten 2021 ideale Bedingungen für reichlich Aronia-Beeren gesorgt, nachdem Spätfröste jungen Pflanzen zur Blütezeit im Mai so zugesetzt hatten, dass 2020 kaum Beeren an den Sträuchern hingen. Schon 2018 und 2019 hatte Trockenheit den Ertrag auf etwa 30 bis 40 Prozent der üblichen Menge geschrumpft.

Den dunkelvioletten Früchten werden gesundheitsfördernde und antivirale Wirkungen zugeschrieben. Sie sind reich an den Vitaminen A, C und K. Wegen ihres recht sauren rohen Geschmacks kommen die Früchte eher verarbeitet auf den Tisch, vor allem als Saft - oder getrocknet im Frühstücksmüsli.

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