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Winterreifen von Oktober bis Ostern - Zeit für Sommer

Symbolbild Werkstatt / pixabay HutchRock
Symbolbild Werkstatt / pixabay HutchRock

Menschen verwenden im Allgemeinen gerne Zitate, Redewendungen, Bauernregeln oder Kalendersprüche, um Verhaltensweisen zu erklären oder um daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Für Autofahrer hat die berühmt-berüchtigte "Von O bis O"-Regelung gesteigerte Bedeutung. Diese besagt, dass Winterreifen von Oktober bis Ostern aufzuziehen sind. Doch wer sich als Fahrzeuglenker stur an diese Regelung hält, kann unter Umständen böse Überraschungen erleben. Man muss kein Meteorologe sein, um zu erkennen, dass auch Ostern durchaus eine reelle Chance auf winterliche Straßenverhältnisse besteht, gerade wenn der höchste kirchliche Feiertag auf ein frühes Datum fällt. Schnee und Eis sind im März immer ein vorstellbares Szenario, auf das sich Autofahrer einzustellen haben.

Gesetzliche Regelungen

In der Straßenverkehrsordnung findet sich zum Thema Winterreifen keine generelle Verpflichtung. Es ist durchaus gestattet, Ende Januar mit Sommerreifen unterwegs zu sein, sofern die Straßenverhältnisse dies zulassen. Doch auch wenn in Deutschland keine grundsätzliche, an ein Datum gebundene Vorschrift existiert, Winterreifen zu benutzen, so gilt doch eine situative Winterreifenpflicht. Dies bedeutet, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen die Benutzung von Sommerreifen verboten ist, unabhängig vom Kalender. Ganz ähnliche Regelungen existieren in Österreich. Auch dort ist die Benutzung von Winterreifen bei entsprechenden Wetterbedingungen vorgeschrieben. Autofahrer sollten deshalb immer vorsichtig kalkulieren und ihre Winterreifen erst dann einmotten, wenn wirklich nicht mehr mit Schnee und Eis zu rechnen ist.

Die Kostenfrage

Autofahrer in Deutschland sehen sich selbst oft als die Melkkühe der Nation. Steigende Spritpreise, hohe Steuern und Versicherungen, sowie regelmäßige Wartungsintervalle und Reparaturen belasten das Budget enorm. Daher versuchen die meisten Fahrzeughalter zu sparen, wo immer es möglich ist. Der Einkaufszeitpunkt kann dabei durchaus eine Rolle spielen. Manche Autofahrer setzen dagegen auf sogenannte Ganzjahresreifen. Diese stellen eine Kompromisslösung zwischen Sommer- und Winterreifen dar und erfüllen auch die gesetzlichen Anforderungen, sofern auf den Reifen das bekannte Schneeflockensymbol aufgedruckt ist. Mit dieser Bereifung wird nicht nur den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung Genüge getan, sondern auch den Versicherungsbedingungen. Es besteht somit uneingeschränkter Versicherungsschutz.

Vor- und Nachteile von Ganzjahresreifen

Die verschiedenen Reifenarten unterscheiden sich im Wesentlichen durch zwei Faktoren. Zum einen kommt es auf die Gummimischung an und zum anderen auf das Profil. Da Ganzjahresreifen die gesetzlichen Vorschriften zum sicheren Betrieb im Winter erfüllen müssen, liegt das Hauptaugenmerk natürlich darauf. Dies führt jedoch dazu, dass sich in den Sommermonaten verstärkt die Schwächen dieser Reifen herauskristallisieren. Durch die weichere Gummimischung ist der Abrieb im Sommer besonders hoch. Die Reifen verschleißen daher schneller und wirken sich auch negativ auf den Verbrauch aus. Doch auch bei winterlichen Straßenverhältnissen erreichen Ganzjahresreifen nicht die Leistungsfähigkeit von echten Winterreifen. Für den Betrieb in alpinen Regionen mit viel Schnee- und Eisglätte eignen sich die Allrounder daher nicht. In Gegenden mit gemäßigten Wintern können diese dagegen unter bestimmten Voraussetzungen eine Alternative sein. Ganzjahresreifen lohnen sich meist dann, wenn nur wenige Kilometer gefahren werden, denn für Vielfahrer geht der höhere Benzinverbrauch und der schnellere Verschleiß bald richtig ins Geld. Die wegfallenden Kosten für der Rädertausch und die Einlagerung können dies ab einer jährlichen Fahrleistung von etwa 15.000 Kilometern nicht mehr kompensieren. Daher ist gut abzuwägen, ob die Anschaffung von Ganzjahresreifen, die ja auch einen höheren Grundpreis aufweisen, tatsächlich sinnvoll ist.


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