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Höhenretter vor neuen Herausforderungen

Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr Leipzig demonstrieren die Ausbildung der Höhenretter. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv
Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr Leipzig demonstrieren die Ausbildung der Höhenretter. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Wenn die Drehleiter zu kurz ist, um Menschen in Notlagen in luftiger Höhe zu helfen, müssen Sondereinheiten der Feuerwehr ran. Höhenretter helfen etwa bei Unfällen an Seilbahnen oder sichern Einsatzkräfte im unwegsamen Gelände.

Sachsens Höhenretter sehen sich angesichts jüngster Naturereignisse vor neuen Herausforderungen bei ihrer Arbeit. So habe die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal gezeigt, dass die Rettung von Menschen aus der Luft in Zukunft an Bedeutung gewinnen werde, sagte Anton Porstmann von der Berufsfeuerwehr Chemnitz der Deutschen Presse-Agentur. Bei den Waldbränden in der Sächsischen Schweiz seien die Helfer zudem mit ihrer Ausrüstung an Grenzen gestoßen. Denn die bisher standardmäßig eingesetzten Seile hätten einen Schmelzpunkt von 150 Grad - zu wenig angesichts der teils enormen Hitze bei einem solchen Einsatz, wie Porstmann sagte.

Aufgabe der Höhenretter bei den Waldbränden im vergangenen Sommer sei vor allem gewesen, andere Einsatzkräfte in dem unwegsamen Gelände zu sichern. Unterstützung erhielten sie dabei von der Bergwacht in Bayern, die schon mit Ausrüstung arbeite, die auch höheren Temperaturen standhalte, erläuterte Porstmann.

In Sachsen gibt es den Angaben nach zwölf Einheiten der Höhenrettung. Das sind Spezialkräfte bei der Feuerwehr, die etwa dann zum Einsatz kommen, wenn Menschen in großer Höhe in Not geraten. «Überall dort, wo man mit der Drehleiter nicht mehr hinkommt», sagte Porstmann. Das kann etwa bei Unfällen auf dem Bau vorkommen, an Seilbahnen, beim Klettern oder bei Suizidversuchen an hohen Gebäuden oder Brücken.

Wie viele Einsätze Sachsens Höhenretter jedes Jahr absolvieren, kann das Innenministerium nicht sagen und verweist auf die kommunale Zuständigkeit. Von drei bis fünf Einsätzen jährlich spricht Paul Reuter für den Bergbau- und Höhenrettungszug der Feuerwehr Annaberg-Buchholz. Die Spezialisten seien des Öfteren auch rund um Wolkenstein unterwegs, um Menschen zu helfen, die beim Klettern in Not geraten. Einer der eindrücklichsten Einsätze sei vor einigen Jahren gewesen, als ein Mineraliensucher in Antonshöhe in einem ehemaligen Wismut-Schacht abgestürzt war und gerettet werden musste.

Um Höhenretter zu werden, müssen Feuerwehrleute einen 80-stündigen Grundlehrgang absolvieren und sich auch danach jedes Jahr im Umfang von 72 Stunden fortbilden. Trainiert wird an hohen Gebäuden - in Chemnitz etwa an dem bunten, gut 300 Meter hohen Schornstein des Heizkraftwerks Nord. In Annaberg-Buchholz hat sich die Feuerwehr zudem unter dem Dach der Katharinenkirche einen speziellen Übungsraum für die Rettung von Menschen aus Sesselliften eingerichtet.

Am Freitag wollten sich Sachsens Höhenretter bei einem Treffen in Annaberg-Buchholz über ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam trainieren. Dazu wurden mehr als 40 Teilnehmer erwartet, darunter auch Vertreter der Bergwacht und der Wismut-Grubenwehr.

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