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Wölfin in Garten: Kamera beweist Verdacht

Eine Wölfin ist innerhalb weniger Tage zweimal nachts durch ein Grundstück in Liebschützberg (Nordsachsen) gestreift. Die Bewohner, ein Ehepaar mit Hund, wurden vor einer Woche durch Lärm wach und berichteten der Fachstelle Wolf, «dass vermutlich ein Wolf den Hundepool durch den Garten schiebt», sagte die Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Karin Bernhardt, am Donnerstag. Ein Rissbegutachter sei zu ihnen gefahren und habe Bissspuren an dem Gegenstand sowie einem zerfetzten Ball genommen und eine Wildkamera installiert.

Bilder zeugen von einem weiteren Besuch des Tieres, dessen Identität nun genetisch geklärt ist, am vergangenen Wochenende. «Es ist eine ein bis zwei Jahre alte Fähe aus dem Rudel Gohrischheide», sagte Bernhardt. Wie das Bild zeigt, schleppt sie diesmal eine Solarlampe davon, die später am Feldrand gefunden wird. Die Behörde geht davon aus, dass das Tier über die nicht eingezäunte Seite vom Feld in den Garten gelangte. Sie hat nun einen mobilen Elektrozaun gebaut und will die Situation weiter beobachten.

Das Verhalten ist laut der Fachstelle Wolf eher untypisch für Wölfe und ein solcher Fall bisher nicht bekannt, anders als von anderen Wildtieren wie Füchsen. Die nächtlichen Besuche könnten dafür sprechen, dass die Wölfin keinen Kontakt zu Menschen sucht und vom Wasser im Hundepool oder auch der Fährte des Hundes angelockt wurde. Laut LfULG gab es in den vergangenen Monaten wiederholt Wolfssichtungen und Übergriffe auf Weidetiere und Wildgatter in der Umgebung.

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