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Störche kehren zurück: Abwärtstrend scheint gestoppt

Zwei Störche stehen auf einem Nest. Foto: Ursula Düren/dpa/Archivbild
Zwei Störche stehen auf einem Nest. Foto: Ursula Düren/dpa/Archivbild

In Sachsens Storchennester kehrt wieder Leben ein. Mancherorts sind sogar schon beide Storcheneltern in luftiger Höhe eingezogen. Doch bis sich Nachwuchs einstellt, müssen sich Vogelfreunde noch gedulden. 2020 hat im Schnitt jedes Brutpaar zwei Junge aufgezogen.

Die Weißstörche kehren aus den Winterquartieren nach Sachsen zurück und nehmen wieder ihre Horste in Beschlag. Die ersten Rückkehrer datiert das Team Sachsenstorch in seiner Online-Übersicht um den 18. Februar - etwa in Großwig (Landkreis Nordsachsen), Frohburg und Syhra (Landkreis Leipzig) sowie Glauchau und Cunersdorf (Landkreis Zwickau). Seither sind weitere dazugekommen. In Sachsen haben in den vergangenen Jahren jeweils um die 300 Storchenpaare gebrütet. Damit sei der vorherige Rückgang der Brutpaare vorerst gestoppt, erklärte Expertin Sylvia Siebert vom Naturschutzinstitut in Dresden. 2004 waren es noch 371 Brutpaare.

Zuletzt habe der Zuzug von Tieren aus anderen Regionen die Population gestützt, erläuterte Siebert. Jüngste Hochrechnungen stimmen sie froh: Demnach haben 2020 die Storchenpaare in Sachsen knapp 600 Junge aufgezogen. Mit im Schnitt rund 2 Jungen pro Brutpaar sei erstmals seit etwa 20 Jahren wieder eine Rate erreicht, mit der sich die Population im Freistaat aus sich heraus reproduzieren könne, betonte die Expertin. Niststätten gebe es in Sachsen für Störche genügend, es mangele den Vögeln aber an ausreichend Nahrung. Dazu brauche es Feuchtwiesen, Tümpel mit flachen Ufern, Wiesen mit gestaffelter Mahd sowie Ackerrandstreifen.

«Auch 2020 waren um den 18. Februar herum schon die ersten Storchenpaare wieder vereint», berichtete Siebert. Das sei zwar früh, doch 2018 sei schon Ende Januar der erste Rückkehrer gemeldet worden. Bei den bereits eingetroffenen Störchen handelt es sich den Angaben zufolge um sogenannte Westzieher, die etwa in Spanien überwintern. Ihre Route ist kürzer als die der Ostzieher, die über den Bosporus und den Nahen Osten teils bis nach Südafrika führt. Aber auch sie werden bald zurückerwartet.

Bis sich in den hochgelegenen Nestern auf Schornsteinen, Dächern und Masten der erste Nachwuchs einstellt, müssen sich Storchenfreunde noch gedulden. Zunächst balzen die Vögel und beginnen Anfang April mit der Brut. Nach gut einem Monat schlüpfen die Jungen. Als Hochburgen des Weißstorchs gelten in Sachsen die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, die Röderaue und das Leipziger Tiefland.

Aktuelle Storchbeobachtungen des Teams Sachsenstorch

Fakten zum Weißstorch

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH