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Igelhilfe: 16 Igel in weniger als zwei Wochen abgegeben

Ein Igel leckt sich die Schnauze. / Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/Symbolbild
Ein Igel leckt sich die Schnauze. / Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/Symbolbild

Igel, die einem im Winter über den Weg laufen, sollten genau beobachtet werden. Das sagt Ilka Triebe, Vereinsmitglied bei der Igelhilfe in Radebeul. «Igel, die jetzt draußen herumrennen, haben meistens ein Problem.» Bereits 16 hilfsbedürftige Igel seien seit dem Jahresbeginn in der Station abgegeben worden.

«Dass Igel abgegeben werden, hängt unter anderem auch mit den milderen Temperaturen zusammen. In erster Linie aber mit dem Insektenschwund», sagt die Igel-Expertin. Menschen würden ihre Gärten immer steriler machen: «Sie wollen keinen Kompost, sie wollen keinen Totholzhaufen», so Triebe. Dadurch fehle es den Igeln an Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten.

Normalerweise halten die Insektenfresser bis April ihren Winterschlaf. Igel, die zur jetzigen Jahreszeit im freien herumlaufen, seien meist unterernährt, oder hätten andere gesundheitliche Probleme. «In solchen Fällen sollte man sie am besten einer Igelstation oder einem privaten Pfleger vorstellen.» Wer sich unsicher sei, könne sich auch über die Notrufnummer der Igelhilfe beraten lassen.

Wie viele Igel in Sachsen heimisch sind, ist nicht bekannt. Sie werden aber schon seit Jahren auf der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten geführt. Die ehrenamtlich betriebene Station in Radebeul finanziert sich ausschließlich über Spenden. Der Verein gehöre zu den größten Stationen in Sachsen, so Triebe. Vergangenes Jahr seien nach eigenen Angaben rund 1060 Igel bei den Expertinnen und Experten abgegeben worden.

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