Lange Zeit war es eher ruhig um das Thema Atommüll und die brisante Frage nach einem Endlager für das strahlende Erbe. Nun könnte die Diskussion darüber wieder Fahrt aufnehmen - auch in Sachsen. Denn am Montag soll ein mehrere Hundert Seiten langer Bericht preisgeben, welche Gebiete nach geologischen Kriterien für ein Atommüll-Endlager grundsätzlich in Frage kommen könnten. Sind Gebiete im Erzgebirge oder etwa in der Lausitz darunter?
Noch ist nichts entschieden, erklärt der sächsische Physiker und Professor am Helmholtz-Zentrum in Dresden-Rossendorf, Roland Sauerbrey, und mahnt Sachlichkeit an. «Wir stehen noch ganz am Anfang und es geht im Wesentlichen um Daten und Fakten. Eine starke Politisierung des Prozesses ist gegenwärtig aus meiner Sicht weder erforderlich, noch für die potenziell Betroffenen hilfreich», sagte Sauerbrey der Deutschen Presse-Agentur.
Der Physiker gehört dem 18-köpfigen nationalen Begleitgremium an, das den Behörden im Auswahlverfahren auf die Finger schaut. «Wir wollen dafür sorgen, dass der Prozess transparent ist. Jeder Bürger kann sich zudem daran beteiligen», erklärte Sauerbrey.