Die Olympia-Dritte Sophie Scheder hat nach den Missbrauchsvorwürfen gegen Trainerin Gabriele Frehse die Objektivität der vom Deutschen Turner-Bund beauftragten Anwaltskanzlei infrage gestellt. In einem Interview der «Sächsischen Zeitung» (Dienstag) sagte die 24-Jährige, in dem Gespräch mit den Anwälten hatte sie das Gefühl, dass man ihr nicht glaube.
«Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie meine Meinung wirklich hören wollten. Zum Schluss durfte ich mir anhören: Na ja, Frau Scheder, was Sie jetzt erzählt haben, könnte man meinen, alle anderen lügen», sagte Scheder und fügte hinzu: «Deswegen weiß ich nicht, ob bei dieser Untersuchung wirklich beide Seiten einbezogen werden sollen oder ob es nur darum geht, die Vorwürfe gegen Gabi zu bestätigen. Damit fühle ich mich nicht verstanden.»
Die Frankfurter Kanzlei hatte bei ihrer Untersuchung im Auftrag des DTB «schwerwiegende Pflichtverletzungen» von Frehse in 17 Fällen festgestellt. Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Turnerinnen hatten ihr vorgeworfen, sie im Training schikaniert und Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht zu haben. Der DTB fordert daher die Entlassung der Trainerin. Frehse hatte die Vorwürfe mehrfach bestritten.