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Sabitzer und Wissenslücken: Leipzig klar für Mainz-Mission

Leipzigs neuer Cheftrainer: Jesse Marsch. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild
Leipzigs neuer Cheftrainer: Jesse Marsch. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Die abgedroschene Formulierung Wundertüte passt bei Mainz ganz gut. Denn in Leipzig weiß man vor dem ersten Bundesliga-Spieltag nicht, wer beim Gegner überhaupt auf dem Platz stehen könnte.

Vor seiner Bundesliga-Premiere mit RB Leipzig tappte Jesse Marsch im Dunkeln. Der neue Trainer wusste über die Corona-Lage beim kommenden Gegner 1. FSV Mainz 05 nicht mehr als die Öffentlichkeit und wollte sich die Pressekonferenz der Rheinhessen am Freitagnachmittag sogar persönlich anschauen. «Die Informationen sind nicht so klar. Wir kennen nur einen Spieler, der nicht spielt. Wir planen so, als ob die meisten Spieler bei Mainz verfügbar wären», sagte der 47-Jährige.

Am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) steht Marsch in Mainz erstmals als Chefcoach von RB an der Seitenlinie. Als Co-Trainer unter Ralf Rangnick war der Ausflug nach Mainz spektakulär, aber sportlich unbefriedigend. Leipzig verspielte im Mai 2019 eine 3:1-Führung, musste sich mit einem 3:3 begnügen. Dass soll am Sonntag besser werden, wobei rein statistisch bisher nur Julian Nagelsmann (4:0 bei Union Berlin) bei seinem ersten Bundesliga-Spiel als RB-Trainer gesiegt hat.

Marsch kennt und schätzt zwar den Mainzer Coach Bo Svensson aus gemeinsamen Zeiten in Österreich. Vor dem Duell an der Seitenlinie stehen für den US-Amerikaner allerdings noch zu viele Unbekannte in der Gleichung. Bisher ist bekannt, dass drei Spieler und ein Co-Trainer der Mainzer positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Offiziell ist nur, dass es sich bei einem der Profis um Karim Onisiwo handelt.

Fälle, dafür aber einige Verletzte. Der vor dem Abgang stehende Stürmer Alexander Sörloth ist krank, die Nationalspieler Benjamin Henrichs (Knie) und Marcel Halstenberg (Sprunggelenk) fallen verletzt aus. Dafür steht Kapitän Marcel Sabitzer, um den es Gerüchte über einen Wechsel zu Bayern München gibt, wieder zur Verfügung. Im Pokal in Sandhausen hatte der österreichische Nationalspieler noch angeschlagen gefehlt.

Die ständigen Gerüchte um Sabitzer, dessen Vertrag im kommenden Jahr endet, bringen den Spieler offenbar nicht aus der Ruhe. «Er hat diese Mentalität. Sabi ist ein Krieger. Er ist immer bereit, ob Training oder Spiel. Es passt sehr gut jetzt», sagte Marsch über seinen Kapitän. Auch dem lange verletzten Dominik Szoboszlai stellte der Trainer die Startelf in Aussicht.

In dieser soll Emil Forsberg in dieser Saison eine noch tragendere Rolle spielen. Der schwedische Nationalspieler kann sich unter dem Marsch vor allem taktisch auf weniger Zwänge freuen. «Man hat bei der Europameisterschaft gesehen, zu was ich fähig sein kann, wenn ich ein bisschen mehr Freiheiten auf dem Platz bekomme», sagte Forsberg der «Mitteldeutschen Zeitung» (Freitag). «Ich komme jetzt in meine besten Jahre. Und der neue Vertrag hat mir Ruhe gegeben. Das war mir wichtig.»

Unter Marsch-Vorgänger Julian Nagelsmann wurde der 29 Jahre alte Techniker oft als hängende Spitze eingesetzt. Für Forsberg nicht die ideale Position. «Auf der Zehn zentral oder halblinks kann ich am meisten von dem herausholen, was in mir steckt», sagte der 62-malige Nationalspieler. Bei der EM hatte er vier Tore für Schweden geschossen und die Mannschaft als Führungsspieler ins Achtelfinale geführt, wo sie in der Verlängerung an der Ukraine scheiterte.

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Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH