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Sabitzer blüht bei RB Leipzig auf

20.08.2019 von

Foto: Leipzig Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer formt ein Herz mit seinen Händen. Foto: Guido Kirchner/Archivbild

Der erste Liebesgruß geht immer nach Hause. Marcel Sabitzer sucht nach einem Tor den kürzesten Weg zur nächsten TV-Kamera und formt mit seinen Händen ein Herz. Adressaten der Botschaft sind Freundin Katja und die erst vier Monate alte Tochter Mary Lou, die dem österreichischen Fußball-Nationalspieler von RB Leipzig vor dem Fernseher zujubeln.

Und sie können sich über zu wenig Herzchen bisher nicht beschweren. Zweimal traf Sabitzer im DFB-Pokal, einmal in der Liga. Dazu kamen drei Vorlagen im Spiel bei Union Berlin. Seine Ausbeute aus der Vorsaison von wettbewerbsübergreifenden fünf Toren und sechs Vorlagen hat Sabitzer bereits nach zwei Spielen zur Hälfte in der Statistik.

Österreichs Fußballer des Jahres von 2017 ist nach einer mäßigen Saison wieder in der Spur. Der Grund trägt den Namen Julian Nagelsmann. «Ich habe viele Freiheiten. Das tut mir gut. Ich bewege mich gut zwischen den Linien, wo ich immer anspielbar bin. Dadurch habe ich kurze Wege zum Tor. Mir gefällt es, wie der Trainer spielen lässt. Da will ich ihm das zurückzahlen», sagt Sabitzer.

Doch nicht nur im System spielt Sabitzer eine wichtigere Rolle, sondern auch in der Hierarchie. Nagelsmann hatte in der Vorbereitung wiederholt gefordert, dass die Spieler untereinander mehr kommunizieren müssen, dass es auf dem Platz ruhig mal laut werden dürfe. Sabitzer ist einer der wenigen Spieler mit Anführer-Qualitäten, sagt klar seine Meinung, wenn ihm etwas nicht passt.

Umso wichtiger, dass der Mittelfeldspieler seine Führungsansprüche gleich mit Leistung untermauert. Das fiel ihm im Vorjahr oft schwer. «Mir hat die Leichtigkeit vor dem Tor gefehlt. Die habe ich mir zurückgeholt und in der Vorbereitung gut gearbeitet. Das trägt jetzt Früchte», sagt Sabitzer zu seinem Leistungsschub. Hinzu kommt eine bisher beeindruckende Effizienz: In der vergangenen Saison benötigte der 25-Jährige 16 Torschüsse pro Liga-Treffer, nun hat er eine Erfolgsquote von 50 Prozent. Die wird sich natürlich im Verlauf der Saison noch ändern, aber die Richtung stimmt.

Das findet auch «Bessermacher» Nagelsmann. Der hatte Sabitzer und Co. im Vorfeld des Saisonstarts angestachelt. «Ich habe ja mehr Tore vom Mittelfeld gefordert. Wahrscheinlich hat Sabi das sehr wörtlich und sehr persönlich genommen, obwohl es nicht nur auf ihn gemünzt war», erklärt Nagelsmann.

Eine intensivere Betreuung während der Vorbereitung gab es für Sabitzer trotzdem nicht. So hat der Aufschwung womöglich auch damit zu tun, dass er zu Nagelsmann ein besseres Verhältnis hat als zu dessen Vorgänger Ralf Rangnick. Den hatte Sabitzer in der vergangenen Saison sogar öffentlich kritisiert, weil beim 0:0 gegen den FC Augsburg seiner Meinung nach zu wenige Offensivspieler auf dem Platz standen. Sabitzer musste zum Rapport und sich öffentlich entschuldigen.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Leipzig Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer formt ein Herz mit seinen Händen. Foto: Guido Kirchner/Archivbild

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