DieSachsen.de
User

RB Leipzig bat um Schutz für Team und Bus

09.02.2017 von

Das von Ausschreitungen überschattete Fußball-Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig ist trotz Warnungen aus Leipzig nicht als Risikospiel eingestuft worden. Bereits im November hatte die Gastmannschaft RB Leipzig das NRW-Innenministerium nach Vorfällen in Nordrhein-Westfalen um zusätzlichen Schutz für Bus und Mannschaft und eine Neubewertung der Risikolage gebeten. Die Polizei sei dieser Bitte mit «umfangreichen Schutzmaßnahmen» nachgekommen, sagte der Inspekteur der NRW-Polizei, Bernd Heinen, am Donnerstag im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags. Als Risikospiel sei die Partie aber nicht eingestuft worden. Die Polizei sei mit 237 Beamten und «nachalarmierten» Kräften richtig aufgestellt gewesen.

Wichtig sei eine besondere Sicherung der An- und Abfahrt des Mannschaftsbusses, nachdem der Bus im September und November 2016 in Köln und Leverkusen attackiert worden war, heißt es in dem Brief aus Leipzig vom 21. November. Über das Schreiben der Geschäftsführung von RB Leipzig an das Haus von Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatten «WAZ» und «Westfälische Rundschau» zuerst berichtet.

«Uns ist bewusst, dass in Nordrhein-Westfalen die Mannschaftsbusse von Fußballteams grundsätzlich nicht mehr durch Polizeikräfte begleitet werden», schreibt der Leipziger Club unter anderem. «Wir schätzen die Sicherheitslage aber so ein, dass jederzeit mit Angriffen gegen unser Team und gegen den Bus zu rechnen ist.»

Bei den Ausschreitungen vor dem Bundesliga-Spiel von Borussia Dortmund gegen RB Leipzig am vergangenen Samstag waren acht Menschen verletzt worden, darunter vier Beamte, sagte Heinen. Bislang seien 32 Strafverfahren eingeleitet worden, 17 davon wegen Körperverletzung, so das Innenministerium.

Weil die bis zu 400 Ultras nicht an den sicher umgeleiteten Bus herankamen, habe sich die Gewalt «eruptiv» gegen Fans gerichtet. Die Randale hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt, weil auch Frauen und Kinder nicht verschont worden waren. Die gewalttätigen BVB-Anhänger hatten Steine, Flaschen, Kisten und Dosen geworfen. 

Innenminister Jäger sieht den deutschen Fußball mit seiner Fankultur «am Scheideweg». Ordnungskräfte, Polizei, Fanbeauftragte und Fußballvereine seien gemeinsam dafür verantwortlich, die «0,5 Prozent der Straftäter» unter den Fans aus den Stadien herauszuhalten. Die Fans sollten die Polizei auch bei ihren aktuellen Ermittlungen unterstützen und etwa Videos bereitstellen, sagte der Minister im Ausschuss.

Jäger schilderte mit Blick auf zahlreiche diffamierende Spruchbänder im Stadion, es handele sich hier offenbar um eine konzertierte und «sehr konspirativ» vorbereitete Aktion. Darauf weise auch der derselbe Schriftzug auf vielen Transparenten hin. 

Die Verantwortlichen von Borussia Dortmund und RB Leipzig arbeiteten ebenfalls am Donnerstag während eines Treffens auf Führungsebene die Vorkommnisse auf. Dabei entschuldigten sich BVB-Präsident Reinhard Rauball und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke beim RBL-Vorstandschef Oliver Mintzlaff und Sportdirektor Ralf Rangnick. «Keine sportliche und emotionale Rivalität rechtfertige die verbalen Verunglimpfungen und persönlich beleidigenden Transparente gegen Leipziger Offizielle sowie die gewalttätigen Attacken auf RBL-Fans», hieß es. Gemeinsames Ziel sei es, eine Wiederholung der Vorkommnisse für die Zukunft auszuschließen.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: dpa / Ingo Hahne

Mehr zum Thema: Fußball Kriminalität Deutschland Nordrhein-Westfalen Sachsen

Laden...
Laden...
Laden...