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Nagelsmanns Leipzig-Abschied: Reifer, aber titellos

Julian Nagelsmann gestikuliert am Spielrand. Foto: John Macdougall/AFP-Pool/dpa/Archivbild
Julian Nagelsmann gestikuliert am Spielrand. Foto: John Macdougall/AFP-Pool/dpa/Archivbild

Julian Nagelsmann verlässt RB Leipzig nach nur zwei Jahren in Richtung München. Trotz der kurzen Zeit hat der Trainer viel verändert und manches verbessert.

Das «schöne Kapitel» RB Leipzig endete für Julian Nagelsmann mit einer letzten Fahrt ins Büro. Am Pfingstsonntag packte der Trainer letzte Sachen ein und machte sich auf den Weg in Richtung Süden - zur Familie und zu seinem künftigen Arbeitgeber Bayern München. Was von dem 33-Jährigen am Leipziger Cottaweg nach zwei Jahren bleibt, ist vor allem das Gefühl, etwas Unvollendetes hinterlassen zu haben.

Das kratzte auch am eigenen, nicht gerade kleinen Ego. «Wenn du nicht Erster in deiner Liga bist und du keinen Pokal gewinnst, sind die Fußstapfen auf überschaubarem Niveau», räumte Nagelsmann nach seinem letzten Spiel als RB-Coach ein. Die Partie bei Union Berlin ging 1:2 verloren. In der Nachspielzeit, was auch irgendwie passte. Somit langte es am Ende weder zu einem Titel noch zu einem Punkterekord. Beide Ziele, die ihm Vorstandschef Oliver Mintzlaff nach seinem genehmigten Bayern-Wechsel mit auf den Weg gegeben hat, verfehlte Nagelsmann klar.

Zur Fairness gehört allerdings auch, die Bilanz des Bayern nicht nur an Statistiken festzumachen. Nagelsmann hat die Mannschaft taktisch nicht nur weiterentwickelt, er hat ihr einen gänzlich neuen Fußball verordnet. Weg vom RB-typischen Konter- und Gegenpressing-Spiel, hin zu Ballbesitz, feinen Spielzügen und Lösungen gegen mauernde Mannschaften. Über die Saison gesehen hatte Leipzig im Durchschnitt einen Ballbesitz von etwa 60 Prozent, was völlig konträr zur Idee von RB-Architekt und Vorgänger Ralf Rangnick ist.

«Unsere Entwicklung am Ball war großartig», befand Emil Forsberg. Da der Schwede nicht unbedingt die engste Beziehung zu Nagelsmann hatte, haben solche Worte umso mehr Gewicht. Auch Lukas Klostermann setzt darauf, dass Nagelsmanns Nachfolger Jesse Marsch taktisch nicht gänzlich in eine andere Richtung denkt. «Ich hoffe nicht, dass es ein kompletter Neuanfang ist», betonte der Nationalspieler. «Im Spiel mit dem Ball sind wir deutlich variabler geworden. Wir müssen nur an ein paar Stellschrauben drehen, um erfolgreicher zu sein.»

Es sind nicht nur die Fähigkeiten als Trainer, die Leipzig ohne Nagelsmann fehlen werden. Das stets lockere und manchmal zu großem Selbstbewusstsein neigende Trainertalent war auch das Gesicht des Clubs. Nachdem man im Jahr zuvor in Timo Werner seinen größten Star verloren hatte, fokussierte sich die Öffentlichkeit vor allem auf Nagelsmann. Mit dem Abgang fehlt dem Club ein Alleinstellungsmerkmal. Marsch wird es womöglich trotz seines Charmes schwer haben, diese Lücke zu füllen.

Auch finanziell hat sich das Engagement von Nagelsmann für Leipzig gelohnt. Nicht nur wegen der Ablösesumme, die auf bis zu 25 Millionen Euro steigen könnte. Spieler wie Dani Olmo und Christopher Nkunku haben ihren Marktwert deutlich gesteigert. «Die Spieler sind sicherlich nicht weniger wert als vor meiner Zeit», sagte Nagelsmann. Zudem qualifizierte sich der Club zweimal für die Champions League, kam im ersten Nagelsmann-Jahr sogar ins Halbfinale. Dadurch gab es nicht nur ein stattliches Preisgeld, sondern auch eine bessere Setzung bei künftigen Auslosungen.

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Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH