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Nach Nagelsmann: Erbe Marsch will «over the hill»

Der neue Trainer Jesse Marsch spricht in der Pressekonferenz vor dem Training. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Der neue Trainer Jesse Marsch spricht in der Pressekonferenz vor dem Training. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Bei RB Leipzig sollen unter Coach Marsch alle Vorzüge der vergangenen Jahre vereint werden. Während Vorgänger Nagelsmann auf taktische Veränderungen setzte, will der US-Amerikaner die einzelnen DNA-Stränge aus dem RB-Kosmos zusammenfügen.

Das Team ist bei Jesse Marsch der Star. Der volle Energie ausstrahlende Menschenfänger setzt bei Fußball-Bundesligist RB Leipzig auf gelebtes Miteinander. Nur so könne man auch große Spiele gewinnen. «Letztes Jahr hatten wir viel Erfolg gegen Gegner, die wir besiegen müssen. Nun stellt sich gegen Top-Top-Gegner immer die Frage, gehen wir 'over the hill' - machen wir den nächsten großen Schritt gegen Dortmund und Bayern? Da müssen wir unser bestes Spiel spielen», betonte der US-Amerikaner Jesse Marsch am Dienstag auf der Pressekonferenz bei seiner Vorstellung vor dem Trainingsauftakt in Leipzig.

Dazu favorisiert der 47-jährige Cheftrainer mit seinem Team die «totale Spielkontrolle». Der Nachfolger von Gipfelstürmer Julian Nagelsmann, einstiger Assistent von Ralf Rangnick, dessen RB-DNA sowie die Weiterentwicklung unter Nagelsmann vereinen. «Ich will die besten Dinge aus den letzten zwei Jahren nutzen, aber wir bleiben auch bei unserer Fußball-Philosophie von vor drei Jahren oder wie zuletzt in Salzburg. Es ist ganz wichtig, gut mit dem Ball zu sein. Gegner und Spiel total zu kontrollieren. Das ist unser Ziel, es ist nicht immer möglich, aber es ist unser Ziel», sagte Marsch.

Zuvor führte der Ex-Trainer vom Schwesternclub Red Bull Salzburg zahlreiche Telefonate mit seinen Spielern. Mit Stürmer Alexander Sörloth gab es am Vortag ein persönliches Vier-Augen-Gespräch. «Alex ist ein Superjunge und ein Superspieler», betonte Marsch. Nach der Verpflichtung von Eintracht-Torjäger André Silva will der Cheftrainer die nächsten Wochen abwarten, ehe er hinsichtlich des großen Kaders weitere Entscheidungen trifft.

RB-Chef Oliver Mintzlaff kündigte weitere Aktivitäten auf den Transfermarkt an. «Der Kader reicht von der Qualität und Quantität her aus, doch das schließt nicht aus, dass wir noch was machen oder den ein oder anderen Spieler noch abgeben werden», sagte Mintzlaff und meinte zum Transfermarkt nach der EM: «Er nimmt langsam Fahrt auf, grundsätzlich wissen wir, was wir machen möchten.» Die RB-Zukunft von Nationalspieler Marcel Halstenberg und Marcel Sabitzer ist derzeit noch nicht geklärt.

Marsch setzt in Leipzig auf eine Wohlfühloase. «Ich kenne Verein, Fans, Stadt, den Kader. Für mich ist Leipzig die perfekte Lage. Es war schon damals in New York mein Traum, Trainer in Leipzig zu sein.» Von seinen Jungs fordert er vor allem «Mentalität, im Spiel füreinander da zu sein, totale Leidenschaft, volle Energie», betonte er. Dabei seien die Grundordnungen sekundär. «Im Prinzip ist meine Idee von unserem Fußball nicht abhängig vor einer Ordnung. In Salzburg haben wir viele Grundordnungen probiert, auch hier gibt es viel Flexibilität. Der Vorteil unseres Kaders ist, wir sind so breit aufgestellt und haben so viel Qualitiät. Da müssen wir eine gute Balance finden.»

Obwohl die Kaderstärke der Leipziger gerade bei 30 plus liegt, fehlte beim Auftakt das Dutzend EM-Spieler, die alle im wohlverdienten Urlaub sind oder wie Dani Olmo und Yussuf Poulsen noch im EM-Halbfinale stehen. Freuen konnte sich Marsch über die Neuzugänge Brian Brobbey (Ajax Amsterdam), Mohamed Simakan (Racing Straßburg) sowie auf viele Youngster wie Hugo Novoa und Sidney Raebiger, die aus der eigenen U19 aufgerückt sind.

Das erste von drei geplanten Testspielen steht am 17. Juli in der RB-Akademie gegen den niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar an. Eine Woche darauf ist der französische Erstligist Montpellier HSC zu Gast. Vom 25. Juli bis 1. August reist das Team ins Trainingslager ins österreichische Saalfelden. Spätestens dann wird der Kader stehen.

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Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH