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Kein Aufstieg: Energie Cottbus vor «brutal schweren Monaten»

Den Aufstieg in die 3. Liga hat Energie Cottbus verpasst. Jetzt kommen harte Monate auf den Club zu. Die Konkurrenz schläft nicht. Dazu droht Ärger vom DFB.

Der FC Energie Cottbus muss die Tränen der Enttäuschung nach dem verpassten Aufstieg in die 3. Liga so schnell wie möglich trocknen. «Niederlagen gehören zum Fußball dazu. Wir werden wieder angreifen», sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz nach der 0:2-Niederlage im Aufstiegs-Rückspiel bei der SpVgg Unterhaching. «Der Club ist stark, der Club hat eine Wucht, der Club kann leiden», ergänzte er. Das neue Ziel heißt also: Aufstieg in der Saison 2023/24.

Doch einfach wird das nicht. Die Zeit zum Beginn der Saisonvorbereitung ist knapp, ein personeller Umbruch droht, dazu Ärger vom DFB wegen der Krawalle der eigenen Fans in Unterhaching. Präsident Sebastian Lemke sagte mit Tränen in den Augen voraus, dass «die nächsten Monate noch brutal schwerer werden».

In der kommenden Saison steigt der Meister der Regionalliga Nordost zwar direkt auf. Dafür dürfte der Konkurrenzkampf aber umso härter werden. Viele Clubs wollen die Chance des direkten Aufstiegs ergreifen und werden sich dementsprechend aufstellen.

Schon die SpVgg Unterhaching zeigte den Cottbusern deutlich, woran es noch fehlt. Der Meister der Regionalliga Bayern setzte sich mit seiner Wucht verdient durch. Energie konnte ausgerechnet in den beiden wichtigsten Spielen der Saison nicht an die guten Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen. Der Titelgewinn im Nordosten sowie der Gewinn des Landespokals in Brandenburg können da kaum trösten.

In Cottbus muss man nun so schnell wie möglich wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine stellen. Während Wollitz im Januar seinen Kontrakt vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert hatte und erneut die sportliche Verantwortung nahezu im Alleingang schultern wird, könnten wichtige Leistungsträger den Verein verlassen. Mit Nicolas Wähling und Eric Hottmann hatten die beiden besten Torschützen im vergangenen Sommer jeweils nur Einjahres-Verträge unterschrieben.

Die Kontrakte von Leistungsträgern wie Kapitän Axel Borgmann, Jonas Hildebrandt, Tobias Hasse und Jonas Hofmann hätten sich nur im Falle des Aufstiegs automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Es ist fraglich, ob sie sich noch einmal für die Regionalliga begeistern können. «Wir haben unsere Wünsche, die Spieler aber auch. Sie haben sich in den Fokus gespielt», sagte Lemke.

Dazu kommt die extrem kurze Sommerpause aufgrund der beiden Aufstiegsspiele. Sie erschwert sowohl die Planung als auch die Regeneration nach einer langen Saison mit über 40 Pflichtspielen. Ursprünglich hatte Trainer Wollitz den Start der Vorbereitung auf den 23. Juni angesetzt - also nur zwei Wochen nach dem Rückspiel in Unterhaching. Die Mannschaft dürfte zwar noch ein paar Tage länger Urlaub bekommen. Eine wirkliche Sommerpause mit Zeit zur Erholung ist es aber nicht. Dieser dichtgedrängte Terminkalender sei «unmenschlich», kritisierte Wollitz. Die Regionalliga Nordost startet am letzten Juli-Wochenende in die Saison.

Neben dem verpassten Aufstieg muss Energie auch die unschönen Begleiterscheinungen des Spiels in Unterhaching verdauen. Weil Cottbuser Fans versuchten, auf den Rasen zu gelangen, wurde die Partie für 15 Minuten unterbrochen. Außerdem flogen Leuchtraketen, Bierbecher und Eisenstangen in Richtung Spielfeld. Die Polizei setzte Tränengas ein und drängte die Anhänger zurück in den Block. Ein Cottbuser Fansprecher kritisierte unterdessen den Einsatz des Tränengases als «unnötig und überzogen, zumal die Polizei damit vor allem Unbeteiligte erwischt hat». Eine empfindliche Strafe durch den DFB ist wahrscheinlich.

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