Sein geliebtes Pistazieneis dürfte sich Domenico Tedesco höchstens als Belohnung gönnen. Am Tag vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Europa League beschäftigt den Trainer von Bundesligist RB Leipzig vor allem die mögliche Taktik von Gegner Atalanta Bergamo und ein wenig Vorfreude auf den Auftritt in seinem Geburtsland. «Es riecht überall nach Fußball. Damit meine ich, dass die Stadien schon etwas älter sind, die Flaggen des Clubs in den Fenstern hängen, man die Tradition spürt», schwärmte Tedesco am Mittwoch.
Im Oktober war der 36-Jährige zuletzt im Gewiss-Stadium von Atalanta, schaute sich ein Spiel gegen Udinese Calcio an - und schwärmte am Ende von der Stadionwurst. «Wenn man reinkommt, gleich rechts ist die Würstchenbude», erklärte der in Rossano im Süden Italiens geborene Tedesco.
Kulinarische Genüsse stehen aber erst einmal im Hintergrund. Schließlich will Leipzig erstmals ins Halbfinale der Europa League einziehen, gilt aufgrund der aktuellen Heimschwäche Bergamos am Donnerstag (18.45 Uhr/RTL+) sogar als leichter Favorit. Das 1:1 aus dem Hinspiel ist aufgrund der abgeschafften Auswärtstorregel kein Nachteil mehr. Und RB ist seit zwölf Spielen ungeschlagen, so etwas macht locker und selbstbewusst. Personell muss Tedesco fast keine Abstriche machen, nur Amadou Haidara ist immer noch nicht fit.