Die 80 Jahre sieht man Klaus Sammer nicht an. Sportlich drahtig wie eh und je kann man den von allen Freunden liebevoll nur «Langer» gerufenen ehemaligen Spieler und Trainer von Dynamo Dresden in seiner Stadt und in seinem Stadion erleben. Der Name Klaus Sammer, Ehrenspielführer seines Herzensvereins, steht bis heute für ehrliche Arbeit, eine klare Meinung und Unbeugsamkeit. Diese Eigenschaften machten ihn zu einem von den Fans geliebten, von einigen Widersachern aber gefürchteten Idol.
Nicht nur wegen seiner stattlichen 1,91 Meter Körperhöhe war Klaus Sammer einer der ganz Großen des DDR-Fußballs. Er blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Spieler und Trainer zurück, auch wenn es ihm nicht immer leicht gemacht wurde. «Vor dir muss man einfach den Hut ziehen, weil du viele Nackenschläge einstecken musstest, die du auch immer wieder weggesteckt hast», sagte einmal sein ehemaliger Mitspieler Hans-Jürgen Kreische.
Die Politoberen der DDR hatten den gebürtigen Gröditzer immer im Visier, weil er zum einen Westverwandtschaft hatte, zum anderen sich aber auch noch weigerte, trotz seiner Mitgliedschaft im Polizeiverein Dynamo in die SED einzutreten. Sammers Hartnäckigkeit in dieser Frage ließen sie ihn immer wieder spüren. Als kaum aus dem Team wegzudenkender Nationalspieler durfte er nicht mit zu den Olympischen Spielen 1972 in die Bundesrepublik, kurz vor der WM 1974, für die sich die DDR erst- und letztmalig qualifiziert hatte, wurde seine Karriere für beendet erklärt.