Nach dem verpassten Endspiel der Europa League redete RB Leipzigs Trainer Domenico Tedesco Klartext. Das enttäuschende und teilweise hilflose 1:3 bei den Glasgow Rangers im Halbfinal-Rückspiel stieß dem bisher so erfolgsverwöhnten Coach bitter auf. «Wir schenken die Gegentore zu leicht her», sagte der 36-Jährige. «Wir müssen das 2:2 machen oder zumindest das 1:3 nicht zulassen. Das waren alles zu einfache Gegentore.» Man habe die Stabilität verloren.
Nach dem Anschluss durch Christopher Nkunku (70. Minute) machte sich selbst unter den euphorisierten Rangers-Fans die Stimmung breit, dass Leipzig das Spiel doch noch zu seinen Gunsten drehen könnte. Doch am Ende einer haarsträubenden Fehlerkette stand John Lundstram neun Minuten vor dem Ende an der richtigen Stelle und stürzte die etwa 50.000 Fans mit seinem Tor in völlige Ekstase.
Die einzigartige Atmosphäre im Ibrox-Stadion hatte die Leipziger Spieler schon in der ersten Halbzeit beeindruckt und zu spielentscheidenden Fehlern geführt. «Wir haben den Druck des Gegners und des Stadions gespürt», gab Tedesco zu. «Diese Kulisse war elektrisierend, das war wahnsinnig. Das war das Beste, was ich je erlebt habe.»