– Minutenlang bleibt Kevin Broll nach dem Abpfiff regungslos im eigenen Strafraum liegen. Es wirkt, als wolle sich der Torwart des Fußball-Zweitligisten von Dynamo Dresden im Rasen vergraben. Als einer der wenigen Profis im Kader des Aufsteigers hat Broll den Abstieg vor zwei Jahren miterlebt. Erinnerungen scheinen wieder hochzukommen. 14 Gegentore hat er in den vergangenen acht Partien kassiert. Sieben Mal gingen Broll und seinen Kollegen als Verlierer vom Platz. Zuletzt am Samstag mit 0:1 gegen den bis dato Drittletzten SV Sandhausen.
Auch die Geduld so einiger Fans scheint so langsam aufgebraucht. Erstmals in dieser Saison gibt es nach dem Schlusspfiff auch lautstarke Pfiffe. Wenn auch nur wenig später aufmunternde Sprechchöre folgen.
Es könnte ein stürmischer Herbst für Dynamo-Trainer Alexander Schmidt werden. Angesichts der Niederlagenserie bemüht sich der 53-Jährige dennoch weiter um Optimismus. «Es sind Nuancen, die uns fehlen», sagt er. «Trotz alledem muss man positiv bleiben. Wichtig ist der Kopf und die Mannschaft aufzurichten. Vom Willen her kann man niemanden was vorwerfen.»