Rund drei Wochen nach Veröffentlichung des Gutachtens zu Missbrauchsvorwürfen gegen Gabriele Frehse hat die Chemnitzer Turn-Trainerin das Vorgehen des Deutschen Turner-Bunds (DTB) kritisiert. Die seit zwei Monaten suspendierte Trainerin der Olympia-Dritten Sophie Scheder wirft dem Verband vor, rechtliche Grundprinzipien zu verletzen.
Ihr werde durch den DTB die Einsicht in den Untersuchungsbericht verwehrt, der als Grundlage für die Forderung des Verbands dient, sie zu entlassen. «Leider wird mir das von den Anwälten des DTB auch heute, drei Wochen nach Vorliegen des Berichts, noch immer verweigert», sagte sie in einem Statement, das zuerst das Online-Portal «gymmedia.de» veröffentlichte. Dies habe mit einem fairen Verfahren nichts zu tun. Laut der vom DTB beauftragten Anwaltskanzlei liegen «in 17 Fällen hinreichende tatsächliche Anhaltspunkte für die Anwendung psychischer Gewalt durch die Trainerin» vor.
Der DTB begründet sein Vorgehen mit dem Datenschutz. «Dies beruht auf dem Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen, der Wahrung von der Untersuchungskommission zugesagter Anonymität und auch darüber hinaus dem Schutz der Personen, die sich der Untersuchungskommission anvertraut haben», hieß es vom DTB auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Frau Frehse sei am Abend vor der Veröffentlichung des Gutachtens über die Vorwürfe gegen sie vorab informiert worden, teilte der DTB zudem mit. Auch sei eine entsprechende «Aufklärung» im Rahmen der Befragung von Frau Frehse während der unabhängigen Untersuchung erfolgt.