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Stärkung des Engagements: Sachsen gründet Ehrenamtsagentur

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen spricht. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen spricht. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Das Ehrenamt leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie. Sachsens Regierung eröffnet nun eine Ehrenamtsagentur, um das Engagement mit Beratungen, Workshops und guten Beispielen zu fördern. Vor allem kleine Initiative könnten profitieren.

Die sächsische Regierung will das Ehrenamt mehr fördern und unterstützen. Wie im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien vereinbart, wurde am Mittwoch eine Ehrenamtsagentur gegründet, die Akteure des ehrenamtlichen Engagements vernetzen und zum Austausch anregen soll, wie das Sozialministerium mitteilte.

Sachsen fördere das bürgerschaftliche Engagement nicht nur finanziell, sondern auch ideell, betonte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). «Wir wollen, dass Menschen sich im Ehrenamt engagieren. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Nun können wir auf breiterer Basis die Vereine und Initiativen vor Ort beraten und unterstützen.»

So sollen Beispiele besonders erfolgreicher Praxis besser bekannt gemacht und mehrfach umgesetzt werden können. Neue Vereine und Initiativen könnten dadurch schneller auf Erfahrungen anderer zurückgreifen.

Träger der Ehrenamtsagentur wird die Jugendstiftung Sachsen, die seit 1997 in der Jugendarbeit und dem bürgerschaftlichen Engagement tätig ist. Die Agentur soll Akteure vernetzen, zum Austausch anregen und sich vor allem auch um kleinere Initiativen und Vereine kümmern, die keine verbandliche Unterstützung haben. Eine finanzielle Förderung wird über die Ehrenamtsagentur nicht erfolgen.

Unter der Corona-Pandemie leide auch das Engagement, weil man sich nicht begegnen dürfe, teilte das Sozialministerium mit. Ob deswegen der Wille zum Engagement allgemein nachgelassen habe, sei noch nicht erkennbar. Gleichwohl gerieten Vereine derzeit in finanzielle Probleme, was sich dann auf die Möglichkeiten des Engagements auswirke, hieß es weiter.

Mehr als 38 Prozent aller über 14-Jährigen in Sachsen engagieren sich laut Sozialministerium ehrenamtlich. Die Anzahl ist seit 2009 zwar gestiegen, liegt aber unter dem Bundesdurchschnitt (43 Prozent). Der Freistaat unterstützt ehrenamtlich engagierte Bürger mit einer pauschalen Aufwandsentschädigung über das Programm «Wir für Sachsen» seit 2006 mit insgesamt rund 104 Millionen Euro.

Mitteilung des Ministeriums

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH