Angesichts der zunehmenden Population und Schäden fordern Sachsens Landräte die Absenkung des Schutzstatus für den Wolf von derzeit streng auf bedingt. Bei dem an Land und Bund gerichteten Vorstoß geht es nicht um dessen Ausrottung hierzulande, sondern einen besseren Interessenausgleich zwischen Artenschutz und Weidewirtschaft, wie der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) laut Mitteilung vom Mittwoch sagte. Auch Sachsens Jagdrecht müsse angepasst werden und künftig die selektive und kontrollierbare Entnahme von Einzeltieren zur Bestandsregulierung zulassen.
Eine Koexistenz von Wolf, Nutztier- und Wildbestand sei auf Dauer nur mit breiter Akzeptanz in der Bevölkerung möglich, sagte Harig. Der Wolf habe sich von der Grenzregion ausgehend «sprunghaft lokal und überregional» ausgebreitet. Der Schutz von Nutztieren sei unzulänglich und zunehmend unzumutbar, die bereits erfolgte Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht praktisch wirkungslos. «Zu einer Regulation der Wolfsbestände gibt es keine zufriedenstellenden Alternativen mehr.»